Der japanische Mobilnetzbetreiber NTT Docomo geht hart mit Android ins Gericht und behauptet, dass das Google Betriebssystem für schwere Netzwerkausfälle verantwortlich wäre.
(30.01.2012, 11:15) Betreiber von Mobilfunknetzen kämpfen mit immer größeren Netzproblemen aufgrund des starken Wachstums des Smartphone-Segments. Die Netzkapazität ist in den wenigsten Fällen hinreichend und das produzierte Datenvolumen steigt oft weit schneller als Netze ausgebaut werden.
Dies sei auch der Grund für einen schweren Netzwerkausfall in den vergangenen Wochen in Tokio. Der japanische Mobilfunkbetreiber NTT Docomo, der, gemessen an der Nutzerzahl, der größte Netzbetreiber im Land ist, musste am Mittwoch einen schweren Netzwerkausfall einstecken, bei dem in Teilen der Innenstadt Tokios in der Zeit von 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr insgesamt 2,52 Millionen Menschen keinen Empfang hatten. Als Ursache werden Packet-Switches gesehen bzw. die durch das hohe Datenaufkommen verursachte Überlastung des Netzes, die bei der übermäßigen Erzeugung von Datenpaketen entsteht.
Der Netzwerkausfall war innerhalb des vergangenen halben Jahres bereits der Sechste in Folge, was das Unternehmen nun in akute Handlungs- und Erklärungsnot bringt. Sechs Docomo-Manager mussten wegen der Ausfälle für die nächsten drei Monate eine Einkommenskürzung um 10 bis 20 Prozent als Strafe hinnehmen.
Aus diesem Grund sucht Docomo nun das Gespräch mit Google und fordert, dass das von Android-Smartphones übertragene Datenvolumen reduziert wird. Man möchte sich zudem mit anderen Netzbetreibern und Anbietern zusammenschließen, um auf Google und vor allem auch App-Entwickler Einfluss zu nehmen. Dabei sollen in Zukunft Android-Apps so angepasst werden, dass sie nicht, wie oft der Fall, alle drei bis fünf Minuten, auch ohne aktiv zu sein, Kontrollsignale aussenden.
Es wurde von Docomo zudem auch angekündigt, die Kapazität zu erweitern, indem man die Investition ins Netzwerk um 50 Milliarden Yen (493 Millionen Euro) erhöhen wird. Damit sollen künftige Ausfälle vermieden werden. Google hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Stellt sich nun die Frage, wie rigoros die Mobilfunkbetreiber in Zukunft gegen Android vorgehen werden.
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