Digitale Dividende, Fernsehen, DVB-T, ORS

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Ankündigungspolitik

 

Der Poker um die Digitale Dividende geht weiter. Die ORS versucht mit Ankündigungspolitik die Frequenzen gegen den Mobilfunk zu verteidigen.

(Wien, 12.4.2010) Wie die Telekom Presse mehrfach berichtete, tobt ein heftiger Kampf um das durch die Digitalisierung des Fernsehens freiwerde Funkspektrum. Der ORF und die Sendertochter ORS versuchen das Spektrum gegen den Mobilfunk zu verteidigen. Dem Zweck dient auch die heutige Ankündigung des Beginns der Ausstrahlung von DVB-T2, ein Format, das HD-Qualität liefern kann.

 

In der Aussendung des ORS liest sich das so: „Neue TV-Technologien werden getestet, die Fußball WM wird in High-Definition gesendet und die Weiterentwicklung von DVB-T wird vorangetrieben. Unser Ziel ist es, die Nachfrage der Konsumenten nach der nächsten TV-Generation  zu stillen“, berichtet DI Norbert Grill, Geschäftsführer der ORS.

 

Damit wird der Eindruck erweckt, als könnte man die Fußball WM in HD sehen, auch wenn man nur terrestrischen Empfang hat. Aber weit gefehlt – denn man benötigt einen eigenen Decoder für das T2. Auf Nachfrage erfuhr die Telekom Presse: „Die Decoder für die Testphase wird es natürlich für die Testhaushalte geben!“ Also nichts da mit HD-Empfang der WM via Antenne.

 

Wozu dann also die Ankündigung. Das wird dann allerdings im letzten Absatz klar: „Um diese TV-Zukunft auf Basis der nächsten Generation von digitalem Antennenfernsehen weiterzuentwickeln, darf die Digitale Dividende nicht zur Gänze dem Mobilfunk zugesprochen werden. Denn ohne die – teilweise – Nutzung der freiwerdenden Rundfunkfrequenzen wird die TV-Zukunft in Österreich nicht stattfinden“, erklärt Mag. Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORS.

 

Also, zusammengefasst: HD-Empfang via Terrestrik gibt es vielleicht in einem Jahr und man benötigt ein eigenes Kast’l dafür. HD-Empfang gibt es derzeit schon via Satellit, Kabel und Internet, zugegeben bei UPC, Satellit und Internet benötigt man auch ein eigenes Kast‘l dazu, bei anderen Kabelanbietern wie der Kabelsignal aber nicht. Die Zahl der DVB-T Empfänger ist ohnehin schon drastisch gefallen, wie viele werden für DVB-T2 übrigbleiben? Und für diese wahrscheinlich winzige Minderheit, soll der Masse der Mobilfunkuser Frequenzen weggenommen werden?

 

Stand der Abstimmung in der Telekom Presse

 

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