Facebook verteidigt die Dauerverfolgung auch ausgeloggter User mit der Absicht die Sicherheit und den Schutz seiner Nutzer zu gewährleisten.
(26.9.2011, 09:50) Die Entdeckung durch Nik Cubrilovic, dass Facebook das Surfverhalten der User weiter verfolgt auch nachdem man sich ausgeloggt hat, sorgt nun für einige Aufregung. Nicht alle finden das weiter schlimm. So entdeckte ich etwa in Google+ folgendes Posting: „Diese Meldung rauscht gerade durch den Blaetterwald - und sie ist nichts neues. Selbstverständlich braucht FB den Cookie, um zuvor registrierte Nutzer wiederzuerkennen. Auch auf Seiten mit Social Plugins muss der FB-Server Nutzer identifizieren, sonst koennte er die Plugins nicht personalisieren. Was der Autor des Bezugspostings schreibt, ist mE laengst bekannt und voellig logisch.“
Vor kurzem hat Cory Doctorow völlig richtig diagnostiziert: „Facebook trainiert uns, unsere Privatsphäre nicht mehr zu schützen und immer mehr Daten herzugeben.“ Erhellend ist, was Facebook tatsächlich speichert. Eine Wiener Gruppe von Studenten hat eine Initiative gestartet um Facebook zu zwingen, europäische Datenschutzregeln einzuhalten. Max Schrems, 23 Jahre und einer aus der Gruppe, hat Facebook angezeigt – in 22 Punkten. Seine Initiative „Europe vs. Facebook“ fordert mehr Transparenz und vor allem die Möglichkeit, Fotos oder Texte, die man irgendwann mal bei Facebook eingestellt hat, unwiederbringlich zu löschen. „Das ist bis heute nicht möglich“, so Schrems.
Zum Beweis hat Schrems jüngst seine eigenen Daten von Facebook angefordert. Nach einigem hin und her hat er diese dann auch tatsächlich erhalten, per Post. Die CD-Rom aus den USA enthielt eine pdf-Datei mit 1.200 (!) Din A4-Seiten, darin Login-Daten, Browser-Infos, Ortsangaben, Status-Posts, Chat-Protokolle und Mails, von denen er dachte, sie seien schon längst gelöscht worden. Datenmaterial aus 3 Jahren Mitgliedschaft bei Facebook.
Bei einem Artikel zu der Sache in Venturebeat hat der Facebook Ingenieur Arturo Bejar einige interessante Bemerkungen zu den Enthüllungen gepostet. Die Cookies würden benutzt für die Sicherheit und den Schutz der User, nämlich um Spammer und Phisher zu identifizieren, zu entdecken falls jemand unautorisiert das Konto nutzen möchte, Hilfe um in einen gehackten Account zurück zu kommen. Die Cookies würden nicht für Werbung genützt. Die Cookies würden nur genutzt um zu den Newsfeed zu personalisieren.
Dieses Statement wurde in die Richtung kommentiert, Facebook möge sich gefälligst zurückziehen, sobald man ausgeloggt sei. Die 1.200 Seiten an Daten, die Max Schrems von Facebook erhielt sprechen übrigens auch eine andere Sprache.
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