(21.12.2011, 22:19) Billy Hawkes, der irische Data Protection Commissioner (DPC), hat heute seinen 148-Seiten starken Bericht zum Zustand des Datenschutzes bei Facebook veröffentlicht.
In seinen ersten Reaktionen hat Facebook genau ein Ziel: Alles herunterspielen. Obwohl der Bericht der Irischen Datenschutzkommission seitenweise sehr deutlich Einschränkungen für Facebook aufzählt, wird sich auf die anscheinend nicht nachweisbaren "Schadow Profiles" versteift und alles andere ignoriert. Vermutlich wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Facebook bald an die Börse will und eine Limitierung des Geschäftsmodells bei Anlegen eher weniger gut ankommt.
Oder das unfassbare ist wahr geworden und Datenschützer und Facebook sind beide glücklich...!? Da Facebook Ireland für die Nutzer außerhalb Nordamerikas zuständig ist, wurde dem Dokument seit einiger Zeit mit besonderer Spannung entgegen gesehen.
Die irische Datenschutzbehörde hat heute den ersten Bericht zu "Facebook Ireland Ltd." verfasst. In den meinsten Punkten wird den österreichischen Studenten Recht gegeben! Der Bericht ist auf der Seite www.dataprotection.ie zu finden!
Ein erster Überblick über die Veränderungen:
- Facebook muss den über 40.000 Nutzer, die eine Kopie der Datensätze verlangt haben alle Daten herausgeben. Inklusive z.B. den Gesichtserkennungsdaten und allen anderen im Hintergrund gespeicherten Daten.
- Facebook muss seine Datenschutzrichtlinien in vielen Punkten ändern und verbessern.
- Facebook darf Nutzerdaten nur noch beschränkt für gezielte Werbung verwenden.
- Die Datennutzung von „Social Plug-Ins“ wie zB. der „Like-Button“ darf nur mehr sehr eingeschränkt vorgenommen werden.
- „Tracking“ von Nutzern mittels des „Like-Buttons“ darf nicht (mehr) vorgenommen werden.
- Die Nutzerbilder dürfe nicht mehr für die Werbung gewisser Produkte eingesetzt werden, wenn der Nutzer nicht ausdrücklich zustimmt.
- Die Nutzer müssen eine Möglichkeit erhalten Daten wirklich zu „löschen“. Bisher wurden gelöschte Daten weiter von Facebook behalten.
- Nutzer dürfen nicht mehr ohne deren Zustimmung zu Gruppen hinzugefügt werden.
- Inaktive oder deaktivierte Profile müssen gelöscht werden wenn der Nutzer lange Zeit nicht mehr online war.
- Von IP-Adressen welche via Social-Plugins gesammelt werden müssen die letzten die Zahlen gelöscht werden.
- Eingaben im „Suche“-Feld auf Facebook müssen nach maximal 6 Monaten gelöscht werden.
- Wenn Nutzer die Werbungen anklicken darf diese Information nicht länger als 2 Jahre gespeichert werden.
- Nutzerdaten müssen gelöscht werden wenn die Registrierung auf facebook.com nicht zu Ende geführt wurde.
- Bei Anwendungen („Applications“) dürfen die Nutzer Daten von Dritten (z.B. Freunden) nur noch limitiert an die Anwendung weiterleiten.
- Bei Anwendungen („Applications“) muss Facebook die Datenschutzbedingungen des Anbieters überprüfen.
- Die Gesichtserkennung auf Facebook wurde illegal aktiviert. Alle Nutzer müssen nun erneut zustimmen.
- Facebook muss sicherstellen, dass Mitarbeiter nur die Daten zu Gesicht bekommen die für ihre Arbeit unbedingt notwendig sind. Bisher gibt es kein solches System bei Facebook.

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