Wirtschaftsgespräche zum Krisenmanagement prägen das Forum Alpbach. Romani Prodi, Reinhold Mitterlehner und andere diskutieren mit.
(Wien, 31.08.2010) Es soll ein Weg aus der Krise gefunden werden. Dafür mischen sie in der Eröffnungsdiskussion zum Management der Krise eifrig mit: Ehemaliger EU-Kommissionspräsident Romano Prodi, Generaldirektor der Telekom Austria Group Hannes Ametsreiter und Bundesminister Reinhold Mitterlehner. Dazu gesellen sich weniger prominente Koryphäen wie Paul Kirchhof als Experte für Steuerrecht und die polnische Arbeitgebervertreterin Ursula Engelen-Kefer und weitere. Die Moderation erfolgt unter Erhard Fürst von der Industriellenvereinigung.
Chance Readiness Beim Eingangsstatement meldet sich Hannes Ametsreiter eindrücklich zu Wort: "IKT- und Breitbandinfrastruktur leisten in den verschiedensten Arbeits- und Lebensbereichen einen wesentlichen Beitrag, um den Beruf effizienter und das Privatleben einfacher zu gestalten." Ametsreiter betont im Weiteren auch das Thema Chance Readiness, d.h. fähig und willens zu sein, Veränderungen positiv anzugehen. Es handle sich hierbei um "ein Schlüsselfaktor, um aus der Krise durchzustarten."
EU: Breitband und IKT für alle Kaum zu glauben, aber Realität: 30 Prozent aller EU-Bürger, was rund 150 Millionen Menschen bedeutet, sind noch nie im Internet gewesen. Diese Tatsache forcierte schließlich auch das Projekt "Digitale Agenda", welche die EU-Kommission im Mai dieses Jahres vorgestellt hat. Ziel ist, allen EU-Bürgern einen Breitband-Internet-Zugang zu ermöglichen. Auf diese Weise sollen den Web-Waisen bis 2013 Online-Dienste und digitale Medien nähergebracht werden.
Generaldirektor Ametsreiter sieht gerade das Breitband und IKT als starke Erfolgsfaktoren, vor allem für Wettbewerbsfähigkeit und Produktivitätssteigerung innerhalb Europs.
Schlusslicht Osteuropa Laut einer Studie von Frontier Economics sind es besonders die osteuropäischen Länder, die dem technologischen Optimismus der EU-Kommission hinterher hinken. Für derartige Szenarien präsentierte Ametsreiter in Alpbach eine Reihe von Vorschlägen, die auf öffentliche Budgetbelastung verzichten würden: Unter anderem sollen klare Regulierungsrichtlinien für Rechtssicherheit sorgen, um somit den äußerst notwendigen Glasfaserausbau in Europa anzukurbeln.
Auf den explosionsartigen Anstieg an transportierten Datenmengen – beispielsweise 4.000 neue Webadressen pro Sekunde – soll seitens der Infrastruktur mit gezielten Ausbaumaßnahmen reagiert werden. Neueste Mobilfunktechnologien wie HSPA+ oder in Zukunft LTE sollen dem Boom ebenfalls gerecht werden.Für den Zeitraum bis 2013 bedeutet dies in finanzieller Hinsicht eine Milliarde Euro für den Festnetzausbau und rund 500 Millionen Euro für die Ausweitung des Mobilfunknetzes.