(Cupertino, 16.07.2010) Nachdem User auf diversen Blogs über Empfangsprobleme beim iPhone 4 berichteten und sie nun Unterstützung von der bekannten Konsumentenzeitschrift "Consumer Reports" erhalten, gehen die Experten von einer Rückholaktion aus. Das Pendant zu "Stiftung Warentest" empfahl den Nutzern, sollte es bei Berührung einer bestimmten Metallrahmen-Stelle zu Empfangsverlust kommen, Isolierband an die Stelle zu kleben. Beim neuesten iPhone-Modell dient der Metallrahmen als Antenne.
Jobs kannte Probleme
Als jetzt bekannt wurde, dass Steve Jobs bereits 2009 von Ingenieuren auf Konstruktionsschwächen aufmerksam gemacht wurde, macht die Situation noch prekärer. Dies geht aus einem Bericht der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg, die den Ingenieur namentlich nennt, hervor.
Das zieht Konsequenzen an der Börse mit sich und die Apple-Aktie rutschte an der Nasdaq am Donnerstag unter die 250-Dollar-Marke (umgerechnet 195 Euro).
Software-Aktualisierung als Lösung?
Apple wollte zum Bloomberg-Bericht keine Stellungnahme geben. Auf der für Freitag angekündigten Pressekonferenz will der Konzern sich zu den Schwierigkeiten rund um das iPhone 4 äußern. Apple plant ein Software-Update als Lösung, doch dabei handelt es sich Medienberichten zufolge um rein kosmetische Korrekturen. Die Darstellung am Empfangsbalken soll präziser und überarbeitet worden sein. Das Update unter der Versionsnummer 4.0.1 hat Apple am Donnerstagabend für alle Besitzer von iPhone 4, iPhone 3GS und iPhone 3G offiziell frei gegeben.
Konkurrenz sitzt in den Startlöchern
Während Apple schwitzt, schmunzelt die Konkurrenz. Kevin Turner, Chief Operating Officer (COO) bei Microsoft verglich auf einer Konferenz das kritikgeplagte Gerät mit einem eigenen Betriebssystem und sagte: "Es sieht so aus, als ob das iPhone 4 ihr Vista sein könnte, und das finde ich ok", heißt es in der "ComputerWorld". Im Bereich Smartphones habe Microsoft einiges an Marktanteilen eingebüßt. Die Redmonder setzen nun alles auf ihr mobiles Betriebssystem Windows Phone 7.
Österreich-Start Ende Juli verschoben
Auch der heimische Mobilfunker Orange stoppt den Vorverkauf für das iPhone 4 für Bestandskunden am Freitag, den 16. Juli um 22 Uhr bis auf Weiteres. Die Kalifornier können die vereinbarten Stückzahlen für den Juli-Start in Österreich nicht einhalten. Orange CEO Michael Krammer: "Das iPhone 4 ist derzeit wohl das begehrteste mobile Endgerät Österreichs. Die Nachfrage nach dem Kulthandy in unserem Webshop seit Start des Vorverkaufs am 13. Juli ist riesig. Apple war offenbar auf den weltweiten Ansturm nicht vorbereitet und kämpft jetzt mit Lieferschwierigkeiten. Damit unsere Kunden nicht zu lange auf ihr neues Gerät warten müssen, bieten wir die Möglichkeit einer Vorbestellung bis auf weiteres nicht mehr an."
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Fotos: Fotocredit: apple.com
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