(07.02.2012, 19:05) Gestern fand in Wien eine mehrstündige Verhandlung zwischen zwei Studenten der Gruppe „Europe vs Facebook“ und hochrangigen Managern von Facebook in einem Hotel am Flughafen Schwechat statt. Das Thema: Wie ist europäisches Recht korrekt in Facebook umzusetzen.
Das klingt schon so unglaublich blöd, dass es doch wieder wahr sein kann. Zu Recht kritisieren die Studenten, dass sie als Privatpersonen das tun müssen. Und ich und viele andere fragen sich: Was machen die 27 Datenschutzbehörden der EU-Staaten? Was tut die „Artikel 29 Datenschutz Arbeitsgruppe“ der EU? Nasenbohren? Winterschlaf?
Die Datenschützer verschiedener deutscher Bundesländer haben immer wieder mit markigen Sprüchen zu Facebook von sich reden gemacht. Geändert hat das bisher bei Facebook genau gar nichts. Die Drohungen wurden vor allem gegen die Betreiber von Webseiten ausgesprochen, die irgendein Widget oder einen Button von Facebook eingebunden hatten.
Wissen Europas Datenschützer nicht, wer gegen Facebook wirkungsvoll vorgehen kann? Ist die Rechtsunkenntnis so gravierend, dass die Zuständigen nicht wissen, dass Irland der Sitz von Facebook Europa ist und daher die dortigen Datenschützer handeln können und sollten? Ist die irische Datenschutzbehörde so desinteressiert oder faul, dass sie sich nicht um den Datenschutz bei Facebook kümmern wollte. Sie wurde bekanntlich erst aktiv, als die Wiener Studenten 22 Anzeigen gegen Facebook erstattet haben.
Jedenfalls, wirft das ein erschreckendes Bild auf die europäischen Datenschutzbehörden, die zwei Wiener Jurastudenten die Durchsetzung europäischer Rechtsnormen bei Facebook überlassen. In deren Freizeit und auf eigene Kosten.
( )© Telekom-Presse
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Suchbegriffe: Datenschutzbehörden Europas im Tiefschlaf?