(2.6.2011, 18:10) Am 11. Februar war Nokias neuer CEO Stephen Elop mit seinem noch nicht mal unterschriebenen Deal mit Microsoft an die Öffentlichkeit gegangen. Schon damals fragten sich Beobachter wozu diese Eile, wenn der Vertrag noch nicht mal unterschrieben ist und entsprechende Geräte erst in einem Jahr fertig werden.
Das erste Quartal lief für Nokia noch halbwegs erträglich, da eben noch zur Hälfte vor der Ankündigung des Microsoft Deals. Aber offenbar ging gleich danach alles schief – die Mobilfunker und Händler warfen Nokias Geräte aus ihrem Angebot und aus den Regalen und auch die Kunden fragten sich, warum noch ein Gerät von Nokia kaufen, wenn das Unternehmen selbst nichts mehr von der eigenen Software hält.
Und nun ist der Markt völlig zusammengebrochen und Nokia kann nur mehr für das laufende Quartal eine Vorhersage machen. Die Frage ist nun, was Elop zu dieser völliog wahnsinnigen Aktion bewogen haben mag. Der Vertrag wurde erst in der zweiten Hälfte des April unterschrieben und man hätte sicher ohne weiteres bis Oktober hinauszögern können. Jedenfalls bis zu einem Zeitpunkt, wo zumindest Prototypen der neue Geräte gezeigt hätten werden können und ein Lieferdatum festgestanden wäre.
In einem neuen Posting schreibt Tomi Ahonen, Buchautor und Ex-Nokia-Manager, über seine Vermutung. Als Elop angeheuert wurde, hatte er sich sicherlich die Möglichkeit eines Plattformwechsels ausbedungen. Vorigen Sommer gab es noch keine konkurrenzfähige Version von Symbian und die Nachfolge MeeGo war noch nicht fertig.
Mit dem N8 kam aber auch Symbian S^3 auf den Markt und heuer eine neuerlich verbesserte Version namens Anna, sowie das E7. Die Verkaufszahlen der Nokia Smartphones zeigten plötzlich wieder in die Höhe. Also entstand für Elop offenbar die Gefahr, dass sein Aufsichtsrat bei anhaltender positiver Tendenz der Vernichtung von Symbian und dem Wechsel zu Microsoft nicht mehr zugestimmt hätte.
Nun meint Ahonen, dass Elop an die Öffentlichkeit gegangen sei, um den Deal mit Microsoft und das Killen von Symbian irreversibel zu machen. Unterstützung fand er dabei offenbar bei seinen Erbsenzählern, denen jegliche Phantasie fehlt, wie sich so ein Plattformwechsel auf das Vertrauen der Kunden auswirkt.
Jedenfalls steht das Nokia Management nun vor einem totalen Scherbenhaufen. Niemand goutiert den Kurs der Führungsspitze - Belegschaft, Kunden und auch die Investoren, die den Kurs der Aktie seit dem 11. Februar um 45% gedrückt haben. Der Kanadier und Ex-Microsoft Executive Stephen Elop wird jedenfalls in die Wirtschaftsgeschichte als der CEO eingehen, der einen Marktführer am schnellsten an die Wand gefahren hat.
Rank . . Brand . . . . . . . Millions sold . . . . . . Market Share Q1 . . . . (market share Q4)
1 . . . . . Nokia . . . . . . . 24.2 million . . . . . . . 24% . . . . . . . . . . . . . (29%)
2 . . . . . Apple . . . . . . . 18.4 million . . . . . . . 18% . . . . . . . . . . . . . (16%)
3 . . . . . RIM . . . . . . . . 14.5 million . . . . . . . 14% . . . . . . . . . . . . . (14%)
4 . . . . . Samsung . . . . 12.6 million . . . . . . . 13% . . . . . . . . . . . . . (11%)
5 . . . . . HTC . . . . . . . . . 9.7 million . . . . . . . 10% . . . . . . . . . . . . . ( 9%)
6 . . . . . SonyEricsson . .. 4.9 million . . . . . . . . 5% . . . . . . . . . . . . . ( 5%)
7 . . . . . LG . . . . . . . . . . 4.7 million . . . . . . . . 5% . . . . . . . . . . . . . ( 4%)
8 . . . . . Motorola . . . . . . 4.1 million . . . . . . . . 4% . . . . . . . . . . . . . ( 5%)
9 . . . . . ZTE . . . . . . . . . 2.2 million . . . . . . . . 2% . . . . . . . . . . . . . ( 2%)
10 . . . . Sharp . . . . . . . . 1.8 million . . . . . . . . 2% . . . . . . . . . . . . . ( 2%)
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