(Wien, 6.6.2010) Ich habe gerade mit meiner Tochter für die Sachunterrichtsprüfung der 4. Klasse Volksschule gelernt: Sie muss wissen, wie hoch ein Schneeglöckchen und 20 andere Frühlingsblumen werden, ob sie Knollen, Wurzeln oder Zwiebeln haben. Undwelche Klassen es im alten Rom gab (angeblich Patrizier, Plebejer und Proletarier).
Das ist pädagogische Steinzeit: Auswendiglernen von Wissen, das kaum jemand braucht und schon gar nicht auswendig. Ein Projekt darüber wäre sehr wohl sinnvoll und den Kindern zu zeigen, wie man an die Information kommt. Aber das geht halt nicht bei der derzeitigen Schulform mit vierstündigen Frontalunterricht und einer verzopften Lehrergewerkschaft, die offenbar noch nicht begriffen hat, dass es das Internet wirklich gibt!
Ein moderner Unterricht muss doch die größte Wissensquelle, die es gibt, heranziehen. Es geht doch immer mehr darum die Ressourcen, die da überreichlich zur Verfügung stehen, nutzen zu lernen. Was ist wichtiger: Auswendig zu wissen, dass ein Schneeglöckchen zehn Zentimeter hoch wird, oder wie man dieses Wissen möglichst rasch findet? Ersteres ist (fast) völlig nutzlos, zweiteres das Essenziellste im 21. Jahrhundert. Liebe GÖD und Lehrergewerkschaft: Die Schüler brauchen diese Skills, wenn sie mal ins Berufsleben eintreten. Denn da sind Internet, Web 2.0, Social Media, Wikis, Enterprise 2.0 etc längst Realität. Das gibt es wirklich alles schon!
Aber natürlich sind solche Unterrichtsformen bei dem bei uns derzeit gebräuchlichen vierstündigen Frontalunterricht nur sehr schwer realisierbar. Projektarbeit und selbständiges Lernen braucht ebenandere Strukturen. Deshalb nochmals meine Aufforderung: Wenn auch Sie eine moderne Schule möchten treten Sie dieser Facebook-Gruppe bei: „SCHULREFORMjetzt! Für die Einführung von Ganztags- und Gesamtschule.“
( )© Telekom-Presse
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