(Wien, 1.12.2009) Soziale Netzwerke zählen heutzutage bei den meisten Menschen in den industrialisierten Ländern zu einem nicht mehr wegzudenkenden Tool, mit dem sie sich mit ihrer Umwelt vernetzen und Dinge nach außen kommunizieren. Was mehr Möglichkeiten zum Kommunizieren gibt, birgt aber natürlich auch mehr Risiken verschiedenster Art.
Von Menschen, die aufgrund von Surfen im Facebook ihren Job verloren haben bis hin zu solchen, wo der Eintrag "Work sucks" ebenfalls zur Kündigung geführt hat - die Liste ist lang und kann auch beliebig fortgesetzt werden. Und unter uns: Ist Ihnen nicht auch schon manchmal der Gedanke gekommen, nicht alles auf Facebook zu posten, weil die Info der eine oder andere nicht lesen soll?
In den letzten Monaten ist von zunehmend mehr Fällen berichtet worden, bei denen sich Menschen aufgrund ihrer Facebook-Meldungen vor allem beruflich geschadet haben. In einigen Fällen wurde aber auch von positiven Vorkommnissen berichtet. So ist beispielsweise ein US-Amerikaner einer Haftstrafe entgangen, der sich aufgrund einer Status-Update-Meldung ein Alibi verschaffen und damit beweisen konnte, dass er seine Nachbarin nicht überfallen hat. (Telekom Presse berichtete)
Eine Situation wie diese wäre in Österreich grundsätzlich auch denkbar, gibt Paul Haider von Urbanek und Rechtsanwälte gegenüber Telekom Presse bekannt. Es käme jedoch auf das Gesamtbild des Falles sowie des richterlichen Beschlusses an. "Es ist rein von der Prozessordnung her möglich, dass man sich auf einen Facebook-Eintrag stützt. Ein solcher Fall stünde unter eine Beweiswürdigung. Das bedeutet, wenn derjenige kein Berufsverbrecher ist, könnte ein Richter durchaus zu seinen Gunsten entscheiden." Er fügt aber auch hinzu: "Bei Mord wird es wahrscheinlich nicht reichen".
Unser aller Facebook kann mittlerweile also schon als Alibi-Lieferant dienen. Derartige Fälle werden sich in Zukunft sicher häufen und die Prozesslandschaft "bereichern." Man darf gespannt sein, welche Fälle aus der Cyber-Welt noch auf uns zukommen. Hoffentlich erst dann, wenn man auch schon mit einer "Internet-Polizei" rechnen kann.
( )© Telekom-Presse
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