Firmengründer verlässt überraschend Yahoo

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Firmengründer verlässt überraschend Yahoo

 
 

Jerry Yang, Mitbegründer und zeitweiser CEO des Internet-Konzerns Yahoo, tritt überraschenderweise zurück und verlässt das angeschlagene Unternehmen.

 

(18.01.2012. 11:00) Der Mitbegründer Jerry Yang hat seinen Sitz im Aufsichtsrat von Yahoo aufgegeben. Die Kündigung soll dabei ab sofort gelten. Der frühere zeitweise Chef des Internet-Riesens tritt auch von allen anderen Positionen, die er in dem Unternehmen innehatte, zurück. Die Ankündigung des überraschenden Rücktritts kam zwei Wochen, nachdem der Paypal-Präsident, Scott Thompson, zum neuen Vorstandsvorsitzenden von Yahoo ernannt wurde.

Yang hatte lobende Worte für den neuen CEO übrig und sprach über dessen Fähigkeit, "Yahoo zusammen mit dem Führungsteam in eine aufregende und erfolgreiche Zukunft zu führen". Anscheinend kommt es zu einer vollkommenden Erneuerung der Führungsspitze, was durchaus auch mit einer neuen Firmenstrategie einhergehen könnte.

 

Dies ist nicht weiter verwunderlich und wird auch nötig sein: Zählte Yahoo in den neunziger Jahren noch zu den wichtigsten Internetkonzernen weltweit, zeigt sich heute ein komplett anderes Bild. Konkurrenten wie Google und Facebook machten es dem Internet-Riesen schwer, seine Stellung zu bewahren und weiter auszubauen.

 

Yang hatte Yahoo 1995 gemeinsam mit David Filo gegründet und führte den Konzern im Zeitraum von 2007 bis 2009. Innerhalb dieser zwei Jahrekam es zu einer Gewinneinbuße von insgesamt 64 Prozent, was zudem in einem beträchtlichen Personalabbau resultierte. Mehr als 2.400 Jobs wurden zu dieser Zeit eingespart. An der wackeligen Position des Unternehmens, das immer mehr Boden an Google verlor, konnte auch Carol Bartz, Nachfolgerin von Yang, nichts ändern, welche 2011 entlassen wurde.

 

Yang stand darüber hinaus auch bei Investoren zunehmend in Kritik und wurde bereits von Daniel Loeb, Manager des Hedgefonds Third Point, zum Rücktritt aufgefordert. Streitgrund war die 2008 getroffene Entscheidung Yangs, ein 44, 6 Milliarden Dollar Übernahmeangebot von Microsoft abzulehnen. Loeb besaß Anteile an Yahoo und sah diesen Schachzug, wie viele andere, als den wohl größten strategischen Fehler in der Geschichte Yahoos. Seit 2008 verloren die Wertpapiere des Konzerns kontinuierlich an Wert, sodass Yahoo heute nicht mal mehr die Hälfte vom damaligen Angebot wert ist.

 

Dennoch hat die Unternehmensspitze nur freundliche Worte für Yang übrig und bezeichnet in als Visionär und Pionier, dessen Werte noch lange im Unternehmen weiterleben werden.

 

Der Abgang Yangs wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu einer Wende in der Geschäftspolitik des Konzerns führen. Nachbörslich sprang die Aktie des Unternehmens gleich um drei Prozentpunkte nach oben. Es wurde auch über den Einkauf neuer Investoren spekuliert, darunter wir unter anderem sogar Microsoft vermutet. Selbst eine komplette Übernahme wird nicht ausgeschlossen. Diese soll allerdings nicht von Microsoft vorgenommen werden, sondern von den asiatischen Unternehmen Alibaba und Softbank.

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