(22.7.2011, 21:30) Google zeigt Muskeln mit seinem neuen Social Network Google+. Nach gerade einmal 3 Wochen ist die Nutzerzahl auf über 20 Millionen angestiegen. Eine Zahl, die zu erreichen, andere Netzwerke Jahre benötigt haben. Als nächstes kommen laut Google Unternehmensseiten, die derzeit noch untersagt sind, und Social Gaming.
Google lässt auch bei Top-Medien die Muskeln spielen. Unternehmensseiten sind für später angekündigt und man kann sich derzeit nur für eine Testphase anmelden. Aber natürlich haben sich vor allem Medien gleich darauf gestürzt und eigene Seiten eingerichtet. Aber Google hat in den vergangenen Stunden alles gelöscht, was nach Unternehmen aussah. Und das sogar bei so prominenten Tech-Magazinen wie TechCrunch oder Mashable. TechCrunch setzte nach der Löschung sogar einen Fake Account auf, der aber ebenfalls entfernt wurde.
Jedenfalls ist eines ganz offensichtlich. Die Art und Weise wie Google mit Unternehmensseiten umgehen wird, könnte ganz entscheidend für Erfolg oder Misserfolg werden. Google wird sich in nächster Zeit sowohl in der EU als auch den USA mit Antitrust-Verfahren herumschlagen müssen. Und nach den ersten Erfahrungen mit Googles Umgang mit Unternehmensseiten verlangen Beobachter bereits, diese in die Verfahren mit einzubeziehen.
Game+ vor Start
Nach verschiedenen Medienberichten und auch nach der Sachlogik wird Google demnächst mit Social Gaming auf Google+ starten. Sicher stehen die Spielehersteller schon Schlange um als erste aufgenommen zu werden.
Gaming ist für Facebook einer der größten Umsatzpositionen, kassiert doch das Netzwerk 30% von allen Umsätzen, die die Games in Facebook lukrieren. Und sehr zum Ärger der Gaming Companys beträgt der Schnitt satte 30%. Auch Apple hat diesen Satz für In-App-Käufe etabliert, allerdings bei Medien bereits nachgeben müssen.
Anfang das Jahres kam Google mit einem Bezahlsystem namens One Pass für Android auf den Markt, das günstigere Konditionen angeboten hatte als Apple. Vor zwei Tagen veröffentlichte nun Google die APIs für sein Web-Bezahlsystem für die Einbindung in Apps. Und die Provision ist mit 5% absolut fair und vor allem deutlich geringer als Entwickler an Facebook oder Apple zu löhnen haben.
Google hat es bisher abgelehnt über seine weiteren Pläne mit Google+ detailliert Auskunft zu geben. Vor allem ist auch unklar, ob der gleiche Provisionssatz in seinem sozialen Netz und insbesondere für Games zur Anwendung gelangen wird.
Eines ist jedenfalls sicher – Google wird keine Möglichkeit auslassen umfassende Services anzubieten um genauso umfassend Umsätze realisieren zu können.