(Sankt Augustin, 13.07.2010) Während Touch-Displays seit iPhone und iPad längst als Standard-Features in Smartphones und Notebooks integriert sind, stehen in Forschungslabors neue Möglichkeiten der Geräte-Bedienung in den Startlöchern. Die berührungslose Steuerung durch Gesten-Erkennung ist der nächste konsequente Schritt.
Vorbild "Minority Report"
Das Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) hat einen Prototyp einer berührungslosen 3D-Multi-Touch-Umgebung vorgestellt. Ähnlich wie im Hollywood-Science-Fiction "Minority Report" von 2002 erkennt die Software die Hand- und Fingerbewegungen des Benutzers in Echtzeit und setzt die entsprechenden Befehle um. Bemerkenswert ist die Benutzung ohne Spezialhandschuhe und Marker sowie die Multi-User-Tauglichkeit der Innovation. Was für die Kinobesucher vor acht Jahren noch unfassbar weit in der Zukunft lag, könnte schon bald zur Gegenwart werden.
3D-Kamera fängt Bewegungen auf
Im FIT-Prototyp werden in Echtzeit Hände und Finger der Benutzter in den Bilddaten einer 3D-Kamera erkannt und die Bewegungen mitverfolgt. Die 3D-Kamera arbeitet nach dem Laufzeitverfahren (TOF-Prinzip). Sie misst für jeden Bildpunkt, wie lange das Licht bis zum gefilmten Objekt und zurück benötigt, und ermittelt so die Distanz.
Dreidimensionales Relief einer Berglandschaft
"Aus diesem Datenwust filtert ein spezieller Bildanalyse-Algorithmus nun die Positionen von Händen und Fingern heraus. Die schnelle Auswertung gelingt durch eine intelligente Filterung der einkommenden Daten. Stellt man sich diese als ein 3D-Relief einer Berglandschaft vor, so wird schnell klar, dass nur Gipfelregionen Handflächen oder Finger sein können.", so Georg Hackenberg, der im Zuge seiner Masterarbeit an der Realisation des Systems maßgeblich beteiligt war.
Auf Bilder zu"greifen"
Um einen erfolgreichen Marktstart hinzulegen, haben die Forscher angekündigt in den kommenden Jahren an einer Weiterentwicklung des Systems zu arbeiten. Auch für andere Anwendungsbereiche eröffnet das Potenzial dieser Technologie neuartige Lösungen. Zudem ist eine Bildbearbeitungsdatei integriert, mittels derer die Benutzer auf Internetportale zugreifen und beispielsweise Bilder von Flickr transportieren können.
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Fotos: Fotocredit: Fraunhofer FIT
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