Im Auge des Betrachters

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Im Auge des Betrachters

 

…liegt ja bekanntlich die Schönheit. Eine Soziale Plattform lässt ihre Mitglieder darüber bestimmen, ob sie jemanden in die Gemeinschaft aufnehmen oder nicht. Dabei entscheidend ist natürlich das Aussehen.

(Wien, 4.1.2010) "Schöne Menschen haben es leichter im Leben" – ein Spruch, der sich (leider) oft auch bewahrheitet. Aber wie lässt sich Schönheit definieren? Die Soziale Plattform beautifulpeople.com hat sich diese Aufgabe selbst auferlegt und feiert die Schönheit seiner Mitglieder. Durch ein Schönheitsvoting, bei dem die Mitglieder ihre Stimmen abgeben, wird festgelegt, wer auf der Webseite beautifulpeople.com mit den anderen schönen Menschen dieser Erde interagieren darf und wer nicht. Die Seite ist laut eigenen Angaben ein globales Phänomen und das "größte Netzwerk attraktiver Menschen auf der Erde".

Dass das Web Raum für alle Art von Gruppen bietet ist hinlänglich bekannt. Deshalb überrascht eine derartige Plattform wie beautifulpeople.com auch nicht. Beim Betrachten der "Über uns"-Seite stößt man beim Durchlesen jedoch auf denkwürdige Sätze, die ein Beispiel für die Oberflächlichkeit von so manchen Gruppierungen gut wiedergeben. Zugegeben – das Studieren der Seite ist erschreckend und erheiternd zugleich. So wird beispielsweise betont, dass beautifulpeople.com Schönheit nicht definiert, sondern lediglich eine exakte Repräsentation dessen wiedergibt, was die Gesellschaft als Schönheitsideal ansieht. Im nächsten Absatz heißt es dann, die Seite sei deshalb gegründet worden, da sich Menschen nun einmal gerne unter schönen Menschen aufhalten wollen. "Es ist zwar nicht politisch korrekt, das so auszudrücken, aber es ist ehrlich". Gottseidank folgt ein paar Zeilen später zumindest das Statement, dass das "Soziale" Netzwerk aber natürlich fest davon überzeugt sei, dass Schönheit im Auge des Betrachters liege.

Wenn man nun wissen möchte wie es um seine Schönheit bestellt ist, kann man Mut zur Bewertung zeigen und sein Profilbild auf der Seite hochladen. Innerhalb von 48 Stunden entscheiden die Mitglieder dann darüber, ob einem die Schönheit in die Wiege gelegt - oder zumindest vom Schönheitschirurgen mitgegeben - wurde oder nicht. Sollte es nicht klappen, wird man folgendermaßen vertröstet: "Wenn der Bewerber nicht aufgenommen wird, kann man sich noch einmal mit einem besseren Profilbild bewerben". Menschlichkeit also nicht ganz ausgeschlossen und der Sinn für Humor scheint auch keinesfalls zu kurz zu kommen: "Sind Sie zu hässlich, um sich einzutragen? Besuchen Sie unsere Webseite als Gast".

Aber Vorsicht sei selbst dem geboten, der es in die Liga der Schönen geschafft hat: Auf Techcrunch wird berichtet, dass die Plattform an die 5000 Mitglieder von der Plattform wieder gelöscht hat, da diese über die Weihnachtsfeiertage ein Zuviel an Gewicht zugelegt hatten. Angeschwärzt wurden sie von anderen Mitgliedern, denen das Mästen der anderen (vermutlich auf Fotos) aufgefallen war.

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