(Wien, 18.07.2010) Apple-Chef Steve Jobs gab bei der „Antennagate“ Pressekonferenz bekannt, Empfangsschwierigkeiten kämen bei Handys mit integrierter Antenne auch bei anderen Herstellern der Smartphone-Branche vor. Dabei verwies Jobs auf die Geräte Blackberry Bold 9700 von RIM, Droid Eres von HTC, Samsung Omnia II und den finnischen Hersteller Nokia.
„Selbstgemachtes Debakel“
Naturgemäß wollen sich die angesprochenen Hersteller den Vorwurf nicht bieten lassen und reagieren auf die „Antennagate“-Propaganda. Auf dem Blog CrackBerry verlautbaren die RIM-Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie, dass sie es „inakzeptabel“ finden, von Apple in ein „selbstgemachtes Debakel“ hineingezogen werden. Apple wolle vom eigenen Problem ablenken und deshalb die Tatsachen verdrehen. Eine Schutzhülle benötigen RIM-Kunden jedenfalls nicht, so die CEOs, um mit ihrem Blackberry einwandfreien Empfang zu haben.
Apple solle die Verantwortung für getroffene Design-Entscheidungen übernehmen, anstatt zu versuchen RIM und andere in das Schlamassel hineinzuziehen, heißt es abschließend im Statement der RIM-Bosse.
Weniger Fokus auf Design
Nokia erklärte in einer Stellungnahme auf Engadget, wie wichtig die Antennenfunktion in der Produktion der Geräte war. Darauf habe man mehr geachtet als auf das Gehäusedesign. Nachdem vor 12 Jahren mit dem Nokia 8810 das erste Mobiltelefon mit integrierter Antenne auf den Markt kam, wurde tatsächlich eine nachlassende Empfangsqualität festgestellt. Daraufhin hatte Nokia begonnen auch Modelle mit zwei Antennen zu produzieren.
Beschwerdequoten im Verhältnis
Auf dem britischen Newsportal Pocket-lint rechtfertigte HTC die Vorwürfe Apples, wonach sich 0,55 Prozent der drei Millionen Käufer des HTC Eris über Empfangsschwierigkeiten beschwert hätten. Der HTC-PR-Manager Eric Lin legte eine korrigierte Beschwerdestatistik vor, deren Quote bei lediglich 0,016 Prozent liege. Zum Vergleich: Beim iPhone 4 kamen die Beschwerden innerhalb von drei Wochen zusammen, während das HTC Eris über ein Jahr auf dem Markt war.
Im Übrigen leiteten die Kalifornier die Pressekonferenz mit dem "iPhone Antenna Song" ein:
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