(27.05.2012, 13:15) Mit der Veröffentlichung eines Berichts zu den Kosten für die Aufrechterhaltung der Betriebssysteme versucht Microsoft Nutzern vor Augen zu führen, dass die Unterstützung des alten OS Windows XP alles andere als ein Schnäppchen ist und der Wechsel zu einer neuen Version bald erforderlich sein wird.
In knapp zwei Jahren, nämlich im April 2014, wird Microsoft allen Support von Windows XP einstellen. In einem Blog wird auch darauf hingewiesen, dass Unternehmen, die von Windows XP zu Windows 7 wechseln, einen deutlichen Vorteil erlangen können und von der neueren Windows Version sichtlich – vor allem kostentechnisch - profitieren werden.
Die IDC hat zur Verdeutlichung der Kosten für die Wartung der Betriebssysteme eine Studie durchgeführt, die von Micorosft bezahlt wurde. Dabei wurde untersucht, wie viel Unternehmen im Jahr für den Support für Windows XP beziehungsweise für jenen von Windows 7 zu zahlen haben. Zudem wurde herausgefunden, wieviele Unternehmen derzeit noch die veraltete Version des OS nutzen.
Das erstaunliche Ergebnis hierbei: 42 Prozent der Unternehmen, die das Microsoft Betriebssystem gechäftlich nutzen, verwenden noch XP. IDC geht daher sogar davon aus, dass 11 Prozent der Unternehmen und andere Institutionen, die Windows nicht für private Zwecke nutzen, noch immer die alte Version verwenden werden, wenn Microsoft den Support dafür in knapp 23 Monaten einstellen wird.
Und diese Computer, die noch mit XP laufen, kosten Unternehmen im Hinblick auf den Support weit mehr als PCs, die mit Windows 7 laufen. Einer der Gründe dafür ist, dass die Supportkosten für ein OS, das veraltert ist, unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem, immer teurer sind.
Vor allem nach drei Jahren kommt es zu dem magischen Meilenstein, ab dem eine Anhäufung der Kosten gegeben ist, so die IDC. Dafür verantwortlich sind zusätzliche IT-Leistungen und Helpdesk-Zeiten sowie Nutezrausfälle wegen steigender Sicherheitsbedenken. Die IT-Kosten stiegen, so die Ergebnisse der Studie, im vierten Jahr von Windows XP etwa um 25 Prozent und um weitere 29 Prozent im fünften Jahr.
Die totalen Kosten im Jahr fünf waren um insgesamt 73 Prozent höher als die eines Betriebssystems im Alter von zwei Jahren.
Die Kosten für den Support hängen aber auch von dem speziellen OS ab, das eingesetzt wird, wobei sich im Auftrag Microsofts natürlich zeigte, dass XP ganz besonders hohe Summen verschlingt. Unternehmen haben angegegeben, dass sie 82 Prozent weniger Zeit für Lückenschließungen bei Windows 7 benötigen, als dies bei XP der Fall ist. Auch die Entfernung von Malware ist bei Windows 7 um 90 Prozent weniger erforderlich als bei XP.
Auch die Nutzerproduktivität ist bei der neueren Version weit höher. Nutzer verschwendeten um 94 Prozent weniger Zeit für das Rebooten ihres Computers, wenn sie Windows 7 nutzten.
Auch auf der IT-Seite sind die Einsparungen, die mit Windows 7 realisiert werden können, enorm. IT-Aktivitäten beim Einsatz von Windows XP betrugen um die 11,3 Stunden pro PC im Jahr. Bei der Verwendung von Windows 7 waren es hingegen nur 2,3 Stunden.
Die Ergebnisse der Studie sollen vor allem Geschäftskunden davon überzeugen, dass sich der Umstieg auf die neueste Version von Windows rentiert. Auch die PC-Hersteller werden bald reagieren. Sie können Windows 7 Geräte noch bis zu zwei Jahren nach dem Start von Windows 8 anbieten.
Windows XP läuft aber eher aus und wird im Handel bald nicht mehr zu finden zu sein. Unternehmen, die eine Softwareversicherung von Microsoft in Anspruch genommen haben, können ihre Geräte aber jederzeit auf die neueste Version der Software updaten.
Microsoft distanziert sich schon seit längerem von Windows XP. Mit dem Report hat man nun aber das erste Argument gegen das veraltere OS machen lassen, das mit eindrucksvollen Zahlen untermauert ist. Damit wird gezeigt, wie unwirtschaftlich der Einsatz von XP angeblich ist.