Michael Niavarani, Facebook, Medienmacht

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Medienmacht Michael Niavarani

 
 

Web 2.0 und Prominenz reduzieren die Macht der Medien. Ein Lehrstück an Hand der Postings von Michael Niavarani vom vergangenen Wochenende.

(Wien, 26.4.2010) Sonntag 13:38 Uhr: Michael Niavarani postet auf Facebook (siehe Bild oben): „... nichts bleibt unentdeckt ...“ und verlinkt dies mit der Zweitveröffentlichung meines Kommentars „Gefällt mir“ auf be24.at. Ich sehe das beim Mittagessen am Neusiedler See beim routinemäßigen Web-Check via Samsung-Smartphone. Zuerst Freude, denn Nia hat weit mehr als 61.000 Fans, dann Schreck, weil falscher Link.

 

Am Abend in Wien zurück, sehe ich die Folgen: Mein zweitverwerteter Artikel BE24, einem befreundeten, ausgezeichneten Medium, hat mehr oder weniger im Vorbeigehen einige Tausend Views erhalten, der Originalartikel auf der Telekom Presse dagegen weniger als zehn Prozent dessen. Die Views auf be24 sind etwa 50-mal so viel wie sonst.

 

Die Medienmacht eines Michael Niavarani ist wohl schon über die herkömmlicher Medien zu stellen. Sein FB-Posting vom 23.4. „...fällt grad nix ein ...“ hat ihm 590 „Gefällt mir“ und 447 Kommentare eingetragen. Quasi im Vorbeigehen.

 

Aber Niavarani geht auch extrem sensibel mit seinem Publikum um, wie das wohl nur Künstler können. Am 21.4. postete er um 00:45 Uhr: „... warum steht auf einmal da 60.652 Personen gefällt das..... hab i jetzt keine Fans mehr... wos is mit FB??“ Und 7 Minuten später: „aha... eine FB Neuerung. Also ich bin noch immer der Niavarani und ihr seids jetzt keine Fans mehr sondern ANDERE. Und das gefällt euch....“

 

Bei Niavarani ist es offensichtlich, dass er mit seinem Heer von Fans bereits extrem viel bewegen kann, dass er bereits zum Medium geworden ist (sorry Nia ...). Aber in kleinerem Ausmaß trifft dies natürlich auf jeden von uns zu. Der durchschnittliche Facebook-User hat zwischen 100 und 200 Freunde, von denen immer ein Teil die Postings liest. Und es ist faszinierend zu verfolgen, wie sich wellenartig Dinge durch das Netz fortpflanzen. Aber – und das mag ich an Facebook, Twitter und Co – im Gegensatz zu Google, sind es Menschen die das tun. Bei Google sorgt ein Programm für das Ranking von Artikeln und Inhalten und entscheidet damit darüber, ob sie gelesen werden oder nicht. Im Web 2.0 haben wir uns diese Macht zurückgeholt. Denn wir sagen „Gefällt mir“ oder „Wurscht“ (diesen Button finden Sie rechts oben im Browserfenster bzw am Reiter).

 

Der Gefällt mir Button zu dem Artikel ist gleich hier drunter – danke für’s Anklicken.

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