Megaupload: Sperre des Zugriffs auf private Daten von Usern problematisch

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Megaupload: Sperre des Zugriffs auf private Daten von Usern problematisch

 
 

Im Zuge der Aktion gegen Megaupload durch die Behörden wird auch allen Usern, die eigene Daten auf Megaupload gespeichert haben, der Zugang verwehrt. Den „Kollateralschaden“ nimmt man offenbar in Kauf um den Musikverlagen zu Willen zu sein.

 

(20.1.2012, 18:48) In der ersten Aufregung um die Sperre von Megaupload durch die US Behörden unter offenbar tatkräftiger Mithilfe auch deutscher und niederländischer Polizeidienststellen ist völlig untergangen, dass damit auch eine überwiegende Zahl von Kunden von Megaupload massiv geschädigt werden. Megaupload war keineswegs eine Plattform zur illegalen Verteilung von urheberrechtlich geschützten Werken. Das ist auch ein Grund für die wütende Reaktion von anonymous und die Millionen wütenden Tweets und Postings.

Zillionen von Usern nutzten sie auch um  Backups zu machen oder eigene Videos und Fotos mit Freunden zu teilen. Wer eine Datei von 2 GB oder weniger hochgeladen hat, hat automatisch eine URL bekommen, die für 90 Tage gültig war und anschließend in ein bezahltes Premium-Abo umgewandelt werden konnte.

Alle diese Kunden haben nun keinen Zugriff mehr auf ihre eigenen Daten. Das ist rechtlich zumindest problematisch, so der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke in einem Gastbeitrag auf ZDNet. Auch wenn Megaupload für das Teilen von Musik oder Videos, an denen Verlage die Rechte haben, genutzt wurde. Kann es doch nicht angehen, dass legalen Usern der Zugriff auf ihr Eigentum von einer Minute zur anderen verwehrt wird.

Auch auf YouTube sind sicherlich jede Menge illegaler Inhalte gespeichert. Allerdings wurde Google den Feds wohl eine Schar von Anwälten entgegenstellen, wenn diese kommen Server mitzunehmen. In die reale Welt übertragen, entspricht die Sperre einer Stadt wie Berlin oder Wien für den Autoverkehr bloß weil sich hier Tausend gestohlene Autos befinden.

Sollte das Vorgehen der US-Behörden aber rechtmäßig sein, so muss wohl die gesetzliche Lage geändert werden um mit milderen Mitteln, die nicht enorme Kollateralschäden verursachen, den Zweck zu erreichen. Zu vermuten steht allerdings, dass die Musik- und Filmindustrie mit ihren riesigen Lobbyingbudgets die Behörden in diese Aktion getrieben haben, so wie eine Reihe von Kongressabgeordneten und Senatoren in die SOPA/PIPA Geschichte.

Eines sollte uns die Sache jedenfalls lehren: Vertraue nie wertvolle und unersetzliche Daten eine Filesharing- oder Cloud-Dienst an. Du musst damit rechnen, dass sie sonst urplötzlich weg sind, ohne eine Möglichkeit je wieder darauf zugreifen zu können. Dienste wie Dropbox oder andere Sharingplattformen sind zwar höchst komfortabel. Sicher sind deine Daten allerdings nur auf der eigenen Festplatte. Als Backup oder zum Teilen, sind sie ok, aber nicht als primärer und einziger Speicherort.

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