(17.1.2011, 12:45) Social Engineering wird manchem Kriminellen viel zu einfach gemacht. Die gerne verwendeten E-Mail Dienste von Anbietern wie GMX, Google oder Microsoft haben üblicherweise eine Funktion, die den Zugang auch bei vergessenem Passwort ermöglicht. Man muss nur eine persönliche Frage beantworten, und schon bekommt man wieder Zugang mit einer neuen Kennung.
Beliebt bei den persönlichen Sicherheitsfragen sind die Namen von Haustieren oder der Name der Mutter. Viele User übersehen dabei allerdings, dass Facebook solche Daten auch gerne erfährt und geben sie dort relativ freizügig ein. Das machte sich der Kalifornier George Samuel Bronk zunutze, wie msnbc.com berichtete.
Er durchsuchte Facebook nach Frauen, die sowohl ihre E-Mail-Adresse als auch persönliche Informationen wie ihr Lieblingsessen, den zweiten Vornamen des Vaters oder ihre Lieblingsfarben angeben. Das sind aber genau jene Daten die für die Sicherheitsfrage gerne genutzt werden, die allerdings weniger sicher ist, wenn man die Antworten dazu auf Facebook postet.
Damit durchsuchte der 23-jährige Bronk Hunderte E-Mail Konten, klickte auf „Passwort vergessen“ und beantwortete in vielen Fällen die Sicherheitsfrage korrekt. Damit übernahm er praktisch das Mail-Konto und fand in vielen Gesendet-Ordnern Nackt- oder Sexfotos sowie Videos der Besitzerinnen.
Pornografische Bilder versendete er dann an die Kontakte der gehackten Userin oder erpresste die Opfer damit. In einigen Fällen übernahm er damit auch das Facebook Konto, da Facebook ebenfalls einen Mechanismus hat, mit dem man trotz vergessenem Passwort per Mail ein neues bekommen kann.
Besonders gravierend kann das dann werden, wenn man Facebook als generellen Login für eine Reihe anderer Seiten nutzt um dort etwa Bestellungen und Einkäufe zu machen. Auch Facebooks neues Angebot an Entwickler, private Daten von Usern absaugen zu können, erhöht weiter die Unsicherheit.
Sicherheitsexperten raten dazu für die Sicherheitsfrage keine echten Daten mehr zu nutzen, da diese doch auf die eine oder andere Art herausgefunden werden können. Oder man verschlüsselt die Daten etwa durch Ersetzung von Buchstaben durch Zahlen. Jedenfalls zeigt das Beispiel einmal mehr, dass man mit der Veröffentlichung privater Daten im Internet vorsichtig umgehen sollte.