Nokia Siemens Networks soll in den USA ein Mobilfunknetz mit LTE-Technologie aufbauen. Der Wert des Auftrags liegt bei 7 Milliarden US-Dollar.
(New York, 21.07.2010) Der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks hat einen Riesenauftrag an Land gezogen. Der US-Konzern Hedge-Fonds Harbinger Capital hat NSN mit dem Bau eines landesweiten Handynetzes in den USA beauftragt und investiert dafür insgesamt sieben Milliarden US-Dollar.
LTE-Netz bis 2015 fertig
Für das Geld soll in den kommenden acht Jahren ein Netz für den Mobilfunkstandard der Long Term Evolution (LTE) Generation entstehen. Das Unternehmen LightSquared, das zu Harbinger Capital gehört, gab die Vereinbarung am Dienstag bekannt. Das Netz von LightSquared soll die Übertragung über Mobilfunkfrequenzen verbinden, um eine bessere Abdeckung sicherzustellen. 92 Prozent der US-Bevölkerung soll bis zum Jahr 2015 angeschlossen sein. Langfristig ist geplant, das Mobilfunknetz aufzubauen und danach an Netzbetreiber zu verkaufen.
Neben NSN interessiert sich auch T-Mobile USA für den Netzausbau. Die US-Tochter der Deutschen Telekom sähe darin eine gute Möglichkeit für den Zugang an das 4G Mobilfunknetz, heißt es in früheren Medienberichten. Bisher gibt es lediglich LTE-Pläne von AT&T und Verizon Wireless.
Fuß fassen in USA
Am Montag hatte Nokia Siemens Networks die Übernahme von Motorolas Mobilfunk-Netzwerkgeschäft bekanntgegeben, womit der Konzern seine Aktivitäten in den USA ausbauen will. Das deutsch-finnische Jointventure-Unternehmen zieht dafür ein Investment von 1,2 Milliarden US-Dollar in Betracht. Eine Sprecherin erklärte, dass aber der Harbinger-Deal nichts mit der Übernahme zu tun hätte.