Nokia Lumia 800 Testbericht

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Nokia Lumia 800 Testbericht

 
 

Das Nokia Lumia 800 ist das erste Windows-Smartphone des finnischen Herstellers, welches einiges zu bieten hat. Nach dem N9 haben wir auch das attraktive Smartphone, das schon um 420 Euro oder weniger zu haben ist, unter die Lupe genommen.

 

(29.01.2012, 17:00) Nokias erstes Windows-Smartphone bringt frischen Wind in die Smartphonewelt des finnischen Herstellers. Bisher setzte Nokia auf das unternehmenseigene Betriebssystem Symbian, kündigte aber im Februar 2011 an, künftig auf Microsofts Windows Phone zu setzen. Nachdem der Konzern wichtige Trends verschlafen hat und Marktanteile am Smartphonemarkt an Apple und vor allem an Android abtreten musste, hat sich die Intergration von Windows Phone nun offenbar ausgezahlt: Das Lumia 800 macht auf den ersten Blick einen robusten, ordentlichen Eindruck wozu die Übersichtlichkeit des Windows Betriebssystems mit der Kacheloberfläche sehr gut passt.

Haptik und Design

Hinsichtlich der Haptik kann das Smartphone ebenfalls punkten. Mit den Maßen 117 x 16 x 12 Millimeter liegt das Gerät gut in der Hand, ist kompakt und kommt mit einer hochwertigen Hülle, die, vor allem in Schwarz, mit klassischer Eleganz besticht. Von der Form her weist das Lumia 800 oben und unten starke Kanten auf, an den Seiten ist es hingegen leicht abgerundet. Optisch erinnert das Handy stark an das Meego-Phone N9 und kann damit die Konkurrenz, die stärker auf Plastik setzt, klar ausstechen, was die wahrgenommene Qualität betrifft.

  (links: Nokia Lumia 800, rechts: N9)

Das Nokia Lumia 800 kommt mit einem Unibody-Gehäuse, das in den knalligen Farben Cyan und Magenta sowie in Schwarz erhältlich ist. In dieses Gehäuse ist das leicht gewölbte Gorilla-Glas nahtlos eingebettet, was den Eindruck der Robustheit des Geräts verstärkt. Das 3,7-Zoll-AMOLED-Display unterstützt eine Auflösung von 800 x 480 Pixeln und sorgt für einen hellen und auch im freien gut lesbaren Bildschirm mit gutem Kontrast. Außerdem wird ein als ClearBlack genannter Polarisationsfilter zum Einsatz gebracht, der störende Reflexionen im direkten Sonnenlicht reduzieren soll. Der Touchscreen reagiert flott und präzise, was zeigt, dass Nokia auch bei der Screen-Technik einiges an Verbesserungsarbeit geleistet hat. Leider stören beim Display aber wie so oft Fingerabdrücke, wobei sich dieses Problem durch die ClearBlack-Technik zu verstärken scheint.

Auf der rechten Seite findet man einen Wippschalter aus Metall, mit dem die Lautstärke geregelt werden kann. Auch die On-Off Taste und der Kameraauslöser sind hier untergebracht. Oben findet sich eine Micro-USB-Buchse zum Laden des Akkus und zur Übetragung von Daten. Nachdem man diese öffnet, indem man auf die Vorrichtung drückt, kann man durch Schieben den Micro-Sim-Kartenleser herausziehen, wobei diese Konstruktion aber relativ unhandlich ist. Das Lumia 800 kommt ohne microSD-Speicherkartenslot, was eine Erweiterung des Speichers nicht möglich macht.

Technische Spezifikationen

Nokias Smartphone kann auch hinsichtlich der technischen Ausstattung mit einem leistungsstarken 1,4 GHz-Prozessor überzeugen, der Schnelligkeit verspricht und dazu führt, dass das Öffnen von Menüpunkten unter einer Sekunde möglich ist. Auch die Multitouch-Funktionen werden damit unterstützt, die ohne Unterbrechungen genutzt werden können. Das Gerät ist in erster Linie für das Surfen im Internet gedacht und legt hierbei besonderen Wert auf Schnelligkeit und Komfortabilität. Es ist mit der mobilen Version des IE 9 und schnellem WLAN (b/g/n) und HSPA ausgestattet und kann damit rasch auf Webseiten zugreifen.

Auf der Rückseite des Geräts ist eine 8-Megapixelkamera mit Foto-LED und Carl-Zeiss-Optik eingebaut. Mit dem integrierten HD-Camcorder sind Aufnahmen mit 720p bei 39 Bildern pro Sekunde möglich. Die Fotos sind scharf und zeigen gute Farben. Die Bilder können zudem gleich auf dem Smartphone nachbearbeitet werden und anschließend in die Microsoft Cloud übetragen oder per Facebook online gestellt werden. Im Cloud-Dienst SkyDrive wird man dafür 25 GByte Online-Speicher zur Verfügung gestellt bekommen.

Das Gerät selbst verfügt über einen 16 GByte Speicher, der sich nicht aufstocken lässt und ist, wie üblich, auch mit Bluetooth und GPS ausgestattet. Der Akku des Lumia 800 ist fest verbaut, was vermutlich auch der Grund für das Gewicht von 142 Gramm ist. Was die Akkulaufzeit betrifft, müssen allerdings schlechte Noten ausgestellt werden: Mit einer Sprechzeit von 4,5 Stunden erbringt das Gerät hier, verglichen mit anderen Smartphones, nur eine mittelmäßige Leistung.

Windows Phone

Die Kacheloberfläche bei Windows-Phone aktualisiert sich laufend und löst nun das eher umständliche Symbian-Betriebssystem ab. Bei der Startansicht findet sich alles auf einen Blick: Nachrichten, E-Mails, Facebook-Posts, Tweets und Bilder der eingespeicherten Kontakte. Es wird also in hohem und übersichtlichem Maße auf Social gesetzt. Das Smartphone läuft mit der aktuellsten Version Wndows 7.5 alias Mango, wobei auch interessante Software-Features wie der Navigationsservice Nokia Drive angeboten werden. Mit diesem Dienst kann man Kartenmaterial von über 100 Ländern kostenlos aufs Handy laden. Datenquelle ist hierbei der Navigationsspezialist NavTeq, der vor Jahren von Nokia übernommen wurde. Ebenfalls mitgeliefert wird Bing Maps, Microsofts Konkurrenzprodukt zu Google Maps. Auch Musikfreunde kommen mit dem Lumia 800 auf ihre Kosten: Mix Radio, ein Musik-Streaming-Dienst, der im Smartphone integriert ist, ermöglicht das Zusammenstellen eigener Playlists nach gewählten Genres. Allerdings wird dieser Dienst in Deutschland und Österreich wegen Streitigkeiten mit der GEMA vorerst nicht zur Verfügung stehen.

Das Microsoft Betwirbssystem Mango ermöglicht es auch, den Startscreen anzupassen und sich zwischen den Hintergrundfarben Schwarz oder Weiß zu entscheiden. Zudem gibt es elf wählbare Farben für die Menüpunkte auf dem Hauptbildschirm. Witziger Werbegag von Nokia: Schokolade mit Mangofüllung, um auf das eingesetzte Betriebssystem anzuspielen.

 

Fazit

Das Lumia 800 ist ein schön designtes und ordentlich verarbeitetes Smartphone, das vor allem wegen der Optik in Kombination mit dem innovativen Betriebssystem viele Fans finden wird. Zu bemängeln ist auf jeden Fall die fehlende Erweiterbarkeit des Speichers sowie der relativ schwache Akku des Geräts. Insgesamt kann man aber davon ausgehen, dass Nokia mit dem Smartphone punkten wird und sich damit wieder stärker gegen die Konkurrenz beweisen kann. Der Fokus auf Windows Phone scheint sich also bezahlt zu machen.

 

Die Lumia 800 Preise purzeln allerdings. Freitag früh kostete es z.B. bei DiTech noch 470 Euro, am Nachmittag nur noch 420 Euro...

   (Lumia 800 mit Windows Phone Mango)



 

 

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