Nokia N9: Beispiel für das Smartphone der Zukunft

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Nokia N9: So sieht das Smartphone der Zukunft aus

 
(C) Nokia
 

Auch wenn Nokia beschlossen hat die Weiterentwicklung seines Betriebssystems MeeGo einzustellen - die Ideen und Konzepte sind sicher nicht tot, denn sie stellen die Zukunft der Bedienung von Smartphones dar. Wir werden sie im iPhone 5 oder spätestens im iPhone 6 vorfinden. Und natürlich auch in Android.

 

(22.10.2011, 14:40) Das Nokia N9 ist nun auch bei uns erhältlich. Es ist mit MeeGo 1.2 Harmattan, einer Ko-Entwicklung von Nokia und Intel, ausgestattet. Wir haben es getestet, aber ersparen uns eine Bedienungsanleitung dafür zu schreiben, wie dies andere Medien schon getan haben. Denn das N9 wird leider bei Nokia ein Unikat bleiben. Dagegen möchten wir versuchen, die grundlegenden Bedienkonzepte herauszuarbeiten.

Denn die Konzepte, die im N9 zu sehen sind, wird es wahrscheinlich bald in anderen Smartphones geben und andere werden sicher wieder behaupten sie erfunden zu haben und Patente dafür beantragen.

Im Nokia N9 ist erstmals das Konzept einer menüfreien Multi-touch-Bedienung in einem kommerziellen Gerät realisiert, wie es etwa Jeff Han bei der TED im Februar 2006 vorgestellt hat. Die Mutli-touch-Implementierungen, wie sie erstmals von LG mit dem Prada Phone in 2006 und danach von Apple beim iPhone im Jahr 2007 vorgestellt wurden, sind bisher nur eine recht unvollständige Umsetzung des Konzeptes. Denn es wurden jeweils fixe Buttons und Menüs für Basisfunktionen vorgesehen.

Das Konzept von Multi-touch kommt aber völlig ohne Menüs und damit auch ohne Hardware Buttons oder Softkeys aus, wie sie in älteren Bedienoberflächen wie beim iPhone, Android oder Windows Phone noch benötigt werden. Erstmals ist das nun im Nokia N9 realisiert, das damit die Idee des menüfreien Multi-touch umsetzt.

Die Bedienung des N9 erfolgt zur Gänze durch Wischen, Ziehen, Schieben und Tippen. Das beginnt beim gesperrten Handy: Doppeltipp auf das schwarze Display und nach oben Schieben des Lockscreens und schon ist man mitten drinnen, wo man vorher war. Und dann gibt es nur mehr Wischen und Ziehen. Natürlich kann man auch bei Objekten Eigenschaften einstellen. Etwa bei der Karte bzw. der Navi: 2D, 3D, Satellit, eine Zieladresse, Heurige in der Umgebung oder ähnliches.

Apropos Karte: Was Nokia hier zu bieten hat geht weit über Google Maps oder die anderen Anbieter hinaus. Ich kann fast in das Fenster meines Wohnzimmers schauen, so detailreich und flexibel einstellbar sind die Satellitenaufnahmen und die Möglichkeiten zur Veränderung der Perspektive in der 3D-Ansicht. Dagegen sehen die Satellitenaufnahmen in Google Maps wie eine Handskizze aus.

Die Hardware

Die Hardware des N9 ist interessant. Eine konvexe Oberfläche aus Gorilla-Glas auf der Vorderseite ermöglicht wesentlich bessere Betrachtungswinkel. Das Polykarbonatgehäuse gibt eine bei anderen Smartphones kaum gekannte Stabilität. Aber der Akku ist mit 1450 mAh ziemlich schwach und mit Hilfe von 15 aktiven Anwendungen und der Kartenanwendung kriegt man den Akku ohne weiteres in drei Stunden leer. Das  3,9 Zoll Black AMOLED Display mit 854x480 Pixeln ist superscharf, die Kamera mit 8 Mpx dank Carl Zeiss Optik wahrscheinlich das beste was derzeit in einem Smartphone zu finden ist. Und sie macht Fotos und Videos in einem echtem 16:9 Format, die auch in diesem Format angesehen werden können. Den Fokus kann man übrigens mit dem Finger an die richtige Stelle auch während einer Videoaufnahme verschieben.

Die Sprachqualität – so wurde mir von den mit dem N9 Angerufenen gesagt – absolut einmalig und klar. Das GPS ist wahrscheinlich ebenfalls das beste am Markt, NFC für Nokia ohnehin schon seit einiger Zeit Standard.

Aber Nokia ging es offenbar nur um die Erfüllung einer vertraglichen Verpflichtung gegenüber Intel und nicht um ein kommerzielles Produkt. Die Bedienung stellt auch nur das Potenzial vor und müsste noch im Detail überarbeitet werden um wirklich die nahtlose Benutzererfahrung zu gewährleisten.

Die Bedienung

Grundsätzlich gibt es drei Screens, zwischen denen durch Wischen navigiert wird: Einen Messagescreen, auf dem sich Mails, SMS, Twitter und andere Meldungen (Facebook, Google+ etc) finden. Einen Screen mit den Apps – sieht so aus wie von Android oder iOS gewohnt – und einen Screen mit den aktiven Apps, zwischen denen man durch Antippen Hin- und Herschaltet. Und die Apps sind wirklich aktiv, auch wenn man telefoniert oder surft arbeitet etwa die Navi-App im Hintergrund weiter und wird nicht bei anderen Systemen einfach stillgelegt.

Zwischen den Screen und Apps wird durch horizontales Wischen umgeschaltet, innerhalb durch vertikales. Menüs und Steuerbuttons gibt es nicht mehr.

Man gewöhnt sich total rasch daran, keine Menüs, Buttons und umständliche Operationen zu haben. Und immer wieder findet man Features, bei denen man einfach nur WOW! sagen kann. Man rollt etwa durch seinen Mailordner und plötzlich bekommt man in einem schwarzen Balken angezeigt, dass man 3 Wochen in der Vergangenheit ist, 1 Monat, oder am 18.10.

So was ähnliches gibt es natürlich auch in den Kontakten. Oder man macht eine Mail mit Anhängen auf, klickt auf diese und bekommt eine ganz kleine Vorschau auf jeden der Anhänge. Und so geht es dahin. Immer wieder entdecke ich Funktionen, wo meine Reaktion ist: Genau so sollte es sein, so und nicht anders.

Oder die Fotogalerie, oder verschiedene Mailkonten, oder .... Immer wieder stößt man auf Lösungen die verblüffend einfach sind und ein Maximum an Funktionalität bieten, die auf anderen Smartphones, egal ob Android, iOS, BlackBerry oder Windows Phone nicht zu finden sind. Aber einen guten Teil daszu trägt auch das superscharfe Display im echten 16:9 Format bei, bei dem nichts für unnötige Menüs, Softkeys oder ähnlichen Ballast verloren geht.

Es ist echt ein Wahnsinn, dass der neue von Microsoft gekommene CEO von Nokia dieses System und diese Entwicklung zugunsten von Windows Phone gekillt hat. Ich bin mir ziemlich sicher im nächsten oder übernächsten Jahr die Konzepte als Erfindungen von Apple wieder präsentiert zu bekommen.

Wahrscheinlich hat Apple Hunderte Stück davon gekauft und sie allen Mitarbeitern in die Hand gedrückt mit dem Auftrag die Konzepte und Ideen für’s iPhone und iPad zu kopieren. Und Google wird wahrscheinlich ähnliches machen.

 

In dem Video werden vor allem die Grundlagen der Bedienung des N9 herausgearbeitet: 

 

Was eine Multi-touch Bedienung grundsätzlich können solle hat Jeff Han von New York University bei der TED in San Diego erstmals im Februar 2006 gezeigt. Hier nochmal das Video zum Vergleich. Man sieht, dass Nokia dieses Ideal schon ziemlich gut getroffen hat.

 

Und hier noch das Video eines Schweizer Kollegen Pokipsie's, in dem mehr Details der Bedienung und Funktionen des Nokia N9 zu sehen sind:

 

Detaillierte Specs finden sich hier.

( )

Reaktionen auf diesen Artikel



paul.rieger, 23.10.2011
fehler über fehler
der artikel ist durchsiebt von fehlern...prinzipielll sollte sich der autor mal ins gedächtnis rufen - was die grundlage des n9 ui designs ist - jedenfalls ist es nicht multitouch, auch ist das n9 nicht "menü- frei" wie behauptet. als softwareentwickler plädiere ich für mehr faktenbasierte artikel.
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