(30.11.2011, 23:34) Seit 15. November ist Nokias neues Smartphone Flaggschiff mit Microsofts Windows Phone Software in einigen großen Märkten wie Deutschland oder Großbritannien im Handel. Die Analysten der Banken sind durchwegs skeptisch und raten zum Verkauf der Aktie.
Zunächst hatte es Schätzungen von Analysten gegeben, dass Nokia noch im vierten Quartal trotz der auf einige Märkte eingeschränkten Verfügbarkeit des ersten Smartphone mit Microsofts Betriebssystem etwa 2 Millionen Stück verkaufen könnte. Die Schätzung wurde aber rasch auf 500.000 Stück nach unten revidiert und erste Berichte sprachen von geringen Interesse.
Microsoft und Nokia entfachten zwar eine massive PR-Kampagne und seit Tagen schon erhält man bei der Suche nach den Verkaufszahlen des Lumia Smartphones eine erste Seite in Google mit positiven Berichten. Allerdings erscheinen schon seit etwa fünf Tagen nahezu wortgleiche Artikel als neu in den vergangen 24 Stunden bei entsprechender Google Suche, egal ob Deutsch oder Englisch. Der Verdacht liegt also nahe, das Microsoft und Nokia das Web manipulieren um Erfolg vorzutäuschen wo keiner ist.
Die Banken haben da allerdings einen wesentlich skeptischeren Zugang.
Die Analysten der Berenberg Bank haben die Bewertung für Nokia auf "Verkaufen" mit einem Kursziel von 3,40 Euro belassen. Das günstige iPhone könnte den Finnen zu schaffen machen, so die Experten. Zudem bedrohten Samsung und das Betriebssystem Android Nokias Position in den Schwellenländern bei den Geräten im günstigen bis mittleren Preissegment.
Die WestLB hat Nokia nach einer angekündigten weiteren Restrukturierung beim Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) auf "Sell" mit einem Kursziel von 2,80 Euro belassen. Er habe die Prognosen für NSN angepasst, was allerdings keinen nennenswerten Einfluss auf die Bewertung gehabt habe, schrieb Analyst Thomas Langer in einer Studie vom Mittwoch. Derweil mehrten sich die Spekulationen über schwache Verkaufszahlen des neuen Smartphones Lumia 800. Das Risiko einer Enttäuschung im Schlussquartal steige daher. Der Markt scheine die wichtige Frage zu ignorieren, ob sich die Symbian-Handys nach wie vor verkaufen.