(26.01.2012; 10:45) O2 Großbritannien soll Handynummern von eigenen Kunden an Besitzer von Webseiten weitergegeben haben. Dies behauptet zumindest ein britischer Web-Administrator, Lewis Peckover , der dem Konzern vorwirft, Handynummern von Smartphone-Besitzern an Webseiten-Besitzer zu übermitteln. Dabei sollen die Handynummern im HTTP-Header eingefügt werden, wenn man sich über den mobilen Internetzugang von O2 mit dem Webserver verbindet. Lewis Peckover verfasste daraufhin einen Blog und beschrieb dort die festgestellte Sicherheitslücke.
Sobald also der Internetzugang nicht über WIFI, sondern über den Mobilfunkbetreiber hergestellt wird, werden die Nummern dabei gespeichert. Sicherheits-Experten konnten das Problem mit einem iPhone nachvollziehen und beweisen. Im Header findet sich die Zeichenfolge "x-up.calling-line-id:" gefolgt von der Nummer des Anwenders.
O2 hat nun technische Probleme eingeräumt. Zwar wurde nicht bestätigt, dass man Nummern absichtlich gespeichert und wahllos an Dritte weitergegeben hat, aber man gab im O2-Blog bekannt, dass man den Fehler untersucht, identifiziert sowie beseitigt hätte.
Darüber hinaus wurde bekannt gegeben, dass O2 in bestimmten Fällen die Mobilfunknummern von Nutzern beim mobilen Surfen an den Webbesitzer übermitteln muss. Vor allem bei Jugendlichen wird diese Maßnahme zur Altersverifikation bei Inhalten, die für Erwachsene vorgesehen sind, vorgenommen. Auch bei Premiuminhalten, für die höhere Kosten anfallen, werden die Nummern zur Erleichterung der Abrechnung aufgezeichnet. Allerdings betont das Unternehmen, dass in diesen Fällen Nummern nur an "vertrauenswürdige" Partner weitergegeben würden. Welche Partner man dabei als "vertrauenswürdig" angesehen werden, obliegt allerdings der Einschätzung des Konzerns. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass es sich dabei durchaus um ein branchenübliches Vorgehen handelt. Ob diese Tatsache Kunden hinsichtlich ihrer Datenschutzbedenken beruhigen wird, ist fraglich.
Der Fehler, den O2 nun einräumte, besteht nun konkret darin, dass Telefonnummern nicht nur an die "vertrauenswürdigen" Partner, sondern an beliebige Besitzer von Webseiten weitergegeben wurden. Das Problem bestand laut O2 ab dem 2. Januar und wurde am 25. Januar 2012 um 14 Uhr beseitigt.