(21.12.2011, 10:59) Während das Geschäft beim deutschen Software-Konzern SAP zuletzt glänzend lief, schwächelt der US-Erzrivale Oracle überraschenderweise: Das vom streitbaren Milliardär Larry Ellison geführte Unternehmen verfehlte im zweiten Geschäftsquartal (September bis November) deutlich die Erwartungen der Analysten. Am Dienstag stürzte die Aktie nachbörslich um mehr als 10 Prozent ab.
Der Umsatz legte um magere 2 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar zu (6,7 Mrd Euro). Börsianer sind hier prozentual zweistellige Sprünge von Oracle gewohnt. Doch der Konzern konnte die Verkäufe von Software-Lizenzen kaum noch steigern gegenüber dem Vorjahreszeitraum; das von Sun zugekaufte Geschäft mit leistungsstarken Servern schrumpfte sogar, trotz Ankündigungen neuer Hardware bei der vorigen Oracle OpenWorld.
Unterm Strich stieg der Gewinn dank Einsparungen immerhin noch um 17 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Oracle nannte zunächst keine Gründe für das enttäuschende Abschneiden. Im Server-Geschäft habe dies unter Umständen daran gelegen, dass Kunden die Einführung des neuen SPARC-Prozessors T4 abgewartet hätten. Dies alles habe dazu geführt, dass die Verkäufe im Softwaregeschäft nicht wie erwartert gewachsen, der Umsatz mit Servern dagegen stärker als erwartet gesunken sei.
Möglicherweise schlagen sich die Unsicherheiten der Schuldenkrise nieder. Oracle hat als weltgrößter Anbieter von Datenbanken viele Kunden in der gebeutelten Finanzwelt. Der Konzern konnte die Anleger nicht einmal mit der Ankündigung beruhigen, für weitere 5 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen zu wollen. Das treibt üblicherweise den Kurs.
Analysten äußerten erste Befürchtungen, das sei ein Signal für den gesamten Hightech-Sektor, der von den Oracle-Zahlen in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.
Oracle hat in den vergangenen Jahren extrem viel an Software-Herstellern wie Siebel, JD Edwards oder PeopleSoft und auch den Hardware-Erzeuger Sun zugekauft. Nun schwächelt vor allem das Geschäft mit den Servern und Oracle verliert Marktanteile.