Seit 9 Uhr früh Ortszeit diskutieren Oracles CEO Larry Ellison und Googles CEO Larry Page die Causa Android. Auf Gerichtsbefehl sollen beide heute oder in den nächsten Tagen zu einer Einigung über Oracles Klage kommen.
(19.9.2011, 20:40) Im August des Vorjahres hatte Oracle Google vor dem Bundesgericht des Gerichtsbezirks Nordkalifornien wegen Verletzung von Patenten und Urheberrechten durch Android geklagt. Nach dem Erwerb von Sun war Oracle in den Besitz der Patente für Suns Entwicklung Java gekommen.
Der zuständige Bundesrichter William Alsup hat den Magistratsrichter Paul Grewal mit der Leitung der beauftragten Mediation betraut und dieser hatte die beiden CEOs für heute 9 Uhr zu Gericht geladen, wo sie auch pünktlich eintrafen. Googles Larry Page sagte bei seiner Ankunft „Wir erwarten einen produktiven Tag.“ Ellison hingegen meinte „Wir werden das Beste daraus machen.“
Es sind natürlich beide Unternehmen stark unter Druck und waren bisher zu keinerlei Kompromissen bereit. Ellison muss es irgendwie schaffen einen Profit aus der Akquisition von Sun zu schlagen, denn jüngst sah man sich mit rückläufigen Hardware Verkäufen konfrontiert.
Page dagegen wird alles unternehmen um die Zahlung von Lizenzgebühren pro verkauften Android zu verhindern. Was aber genau in Oracle Interesse liegen dürfte und wovon Ellison daher auch nicht abgehen wird. Schätzungen über das, was ein fairer Preis wäre, gehen weit auseinander. Bloomberg interviewte Berater wie IDC und Finanzanalysten in San Francisco. Am oberen Ende fanden sich Zahlen wie 15 Dollar und am unteren 1 Dollar pro Stück.
Jedenfalls kann Oracle auch kein Interesse haben den Preis soweit anzuheben, dass die Hersteller von Android Abstand nehmen. Ab einer gewissen Höhe wäre Oracle wohl oder übel gezwungen die Lizenzgebühren an die OEMs weiterzureichen und damit die Konkurrenz wie Microsoft stark zu machen.
Für heute ist wohl noch kein Ergebnis zu erwarten. Man wird sehen, ob Richter Grewal die beiden Kontrahenten dann gleich für den nächsten Tag wieder vorladen wird, oder ob er Nachdenkpausen gewährt.
[Update 20.9.2011, 08:00] Nach einem Tag Verhandlungen wurde nichts über Fortschritte bekannt. Richter Paul Grewal hat aber laut Bloomberg die Fortsetzung der Gespräche für den heutigen Tag den 21.9. angeordnet. Laut dem ursprünglichen Gerichtsbeschluss haben sich die beiden CEOs bis 30. September für Gespräche zur Verfügung des Gerichtes bereit zu halten. Man darf gespannt sein, ob Richter Grewal die beiden CEOs auch täglich ins Gericht bestellen wird, wenn es keine Einigung gibt.
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