Die Electronic Frontier Foundation kündigt an, die Entwickler von Apps gegen Patent Trolle zu unterstützen. Immer mehr Apps werden aus Sorge vor Klagen aus den Appstores von Android und Apple zurückgezogen.
(20.7.2011, 12:30) Patentklagen sind insbesondere in den USA ein weit verbreitetes Phänomen. In jüngster Zeit häufen sich die Verfahren besonders in der Mobilfunkbranche. Aber es handelt sich nicht mehr nur um Klagen der Schwergewichte gegeneinander, sondern so genannte Patent-Trolle nehmen nun immer häufiger auch kleine Entwickler auf’s Korn.
Als Trolle werden Firmen bezeichnet, deren einziger Zweck es ist, aus einem Portfolio von mehr oder weniger zweifelhaften Patenten Geld herauszupressen. Eine eigene Verwertung der in den Patenten beschriebenen Verfahren wird von den Trollen nicht betrieben. Beispiele dafür sind Lodsys, Kootol oder MacroSolve.
Am Freitag berichtete der Guardian, dass europäische App-Entwickler zunehmend ihre Produkte aus den US-Versionen von Apples Appstore und Dem Android Market zurückziehen, da sie fürchten von den Trollen geklagt zu werden.
Die Electronic Frontier Foundation (EFF), die sich für Meinungsfreiheit und Datenschutz im Internet einsetzt, schreibt nun über die negativen Auswirkungen dieser Vorgehensweise. Kleine Unternehmen haben weder ausreichend Zeit noch Mittel um sich gegen die Trolle bei Gericht zur Wehr setzen zu können, sie haben praktisch nur die Möglichkeit zu zahlen oder in Konkurs zu gehen.
Patente sollten ursprünglich Innovationen fördern und die Investition darin schützen. Mit der in den USA geübten Praxis wird mittlerweile genau das Gegenteil erreicht, so die EFF. Die EFF bietet deshalb den Entwicklern ihre juristische Unterstützung an und ersucht auch alle Anwälte sie dabei zu unterstützen.
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