(Wien, 11.5.2010) Die derzeit häufigste Frage in Google ist, wie man seine Daten wieder aus Facebook rauskriegt. Die nicht gestellte Frage ist offenbar, wie man seine Daten aus Google wieder entfernen kann. Die Änderungen in Facebook, nämlich praktisch alle Daten öffentlich zugänglich zu machen, hat viele Anwender sozialer Netze aufgeschreckt und zum Versuch veranlasst die eigenen Daten zu löschen.
Web 2.0 ist offenbar nicht aufzuhalten – das belegen die Nutzerzahlen von Xing, Twitter, Facebook, MySpace und anderen. Es entspricht unserem Bedürfnis zu kommunizieren. Wegzugehen also ist keine Lösung. Dringend überfällig ist eine Lösung auf europäischer Ebene, die die rechte der Benutzer sichert und auch aktiv überwacht.
Änderungen, wie sie Facebook kürzlich gemacht hat, nämlich einfach alle Daten von Usern zu öffnen, sollten gerichtlich geahndet werden. Es ist verständlich, dass um den Betrieb von Portalen zu finanzieren, Werbung möglich sein muss. Wir nehmen ja schließlich eine Leistung kostenlos in Anspruch, deren Bereitstellung finanziert werden muss. Aber ein generelles Opt-out, das heißt alle Daten von mir sind sichtbar, außer denen, bei denen ich es ausdrücklich ausschalte, kann es auch nicht sein.
Ich wünsche mir eine generelle Opt-in-Regelung, das heißt, dass ich Daten von mir explizit freigeben muss. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf für die Kommission und das Europäische Parlament. Nur auf dieser Ebene sind effektive Schutzmechanismen gegenüber global agierenden Konzernen durchsetzbar.
Übrigens – weil es immer wieder dem Wunsch nach einem „Gefällt mir nicht“ Button gab. Ich glaube, einer der Gründe für die große Akzeptanz von Facebook ist, dass man sich eben nur positiv äußern kann. Stalking, jemand herunterzumachen, fällt dadurch einfach schwer.
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( )© Telekom-Presse
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