iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple

Pinterest: Das soziale Netzwerk für die schönen Dinge im Leben   Apple ändert Bestimmungen von iBooks   Wikileaks-Informat muss vor Kriegsgericht   EU fordert von Google Änderung der  Nutzungsbestimmungen zu verschieben   ACTA-Proteste in Polen erfolgreich

Quo vadis Internet

 

Mit dem iPad und dem iPHone hat Apple Geschäftspraktiken eingeführt, die nicht den Grundgedanken des Internet entsprechen. Ändert sich dadurch das Internet, oder wird die iSerie irgendwann mal abstürzen?

(Wien, 18.4.2010) Das Internet, genauer das Web (www), beruht darauf, dass Inhalte kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Weit über 99 Prozent der Einnahmen stammen aus Werbung oder indirekter Finanzierung durch Eigenwerbung (Katalog einer Baumarktkette im Web, Verkauf von Büchern, etc). Das war so, bevor Apple Geräte auf den Markt brachte, die hauptsächlich Endgeräte von iTunes darstellen.

 

Aber iTunes verkörpert das exakte Gegenteil des Web. Für alles muss bezahlt werden, nichts ist umsonst und es ist eine komplette Einbahn von Apple zum Konsumenten. Letzteres ganz im Gegensatz zur Entwicklung von Web 2.0, das stark diskursiv und dialogisch orientiert ist. Diskurs versus Monolog, Web versus iTunes, Demokratie versus Führer.  

 

Mich erstaunt, wie die Medienindustrie dabei mitmacht. Von Time Magazine gibt es bereits eine eigene App für das iPad. Eine zur Grundidee des Web völlig kontroverse Idee, denn das Web beruht auf Standards, das iPad offenbar auf proprietären Schnittstellen, die ausschließen, wer sich nicht anpassen möchte.

 

So gesehen ist es nun doch erstaunlich den Markterfolg Apples zu beobachten. Ist das nur ein Erfolg des besten Marketings? Oder des besten User Interfaces? Doch andererseits, so fulminant ist der Marktanteil nun auch wieder nicht – er bewegt sich so um die 15 Prozent (plus/minus).  Eine, wenn auch etwas gewagte Analogie ließe sich herstellen, wenn das Web für das demokratische und iTunes für das Führer-Prinzip steht – nämlich der Stimmenanteil der Parteien, die in dem Führer-Prinzip nicht abgeneigt sind, entspricht in etwa dem Marktanteil von Apples Produkten. Wobei dies natürlich genau überhaupt nichts über den einzelnen Wähler oder Käufer aussagt! Die Korrelation ist wahrscheinlich sogar negativ.

 

( )

Reaktionen auf diesen Artikel



So ein Quatsch, 03.05.2010
So ein Quatsch
Für alles muß bezahlt werden? Die meisten Apps sind umsonst und werbefinaziert - wo ist denn da der Widerspruch zum Web?

Apple propagiert zudem HTML5: ein offener Standard im Gegensatz zu proprietären Flash-Apps.

Der Autor hat offenbar weder Ahnung von der Technik noch den Märkten.


Michael Warmuth, 18.04.2010
Ganz so einfach ist es nicht.

Das kostenlose zur Verfügung stellen von Inhalten war nie ein Grundpfeiler des World Wide Webs. Vielmehr war es der frei Zugang zum Medium selbst - vor allem als Inhaltsanbieter. Zum ersten mal in der Geschichte der Menschheit war es möglich, dass jeder Mann oder jede Frau eine große Anzahl von Adressaten oder Adressatinnen erreichen konnte. Und ein anderer Grundpfeiler ist die Möglichkeit der Querverweise von einem Dokument zum (entfernten) anderen.

Daraus hat sich erst der indirekt finanzierte Inhalt ergeben: Es wäre früher mangels geeigneter Infrastruktur nicht mit vertretbarem Aufwand möglich gewesen direkt vom Konsumenten zu "kassieren". Daraus aber einen Grundpfeiler des World Wide Webs abzuleiten halte ich für etwas weit gegriffen.

Aus diesem Umfeld heraus nun der Blick auf die Produkte der genannten Firma: Sie haben einerseits vollkommen recht mit dem Aufwerfen der Frage nach der "moralischen" Zulässigkeit des Konzeptes "der Geräteanbieter beherrscht den Zugang zur Information". Wir haben Glück, dass Apple nur einen (relativ) kleinen Marktanteil hat, aber sicher nicht weil Konsumenten eine Entscheidung über "demokratisches Prinzip" versus "Führerprinzip" treffen, sondern weil die Preise der Produkte schlicht zu hoch, wenn auch angemessen, sind. Aber hätte ein beliebiger derart agierender Anbieter einen Marktanteil von z.B. über 60 % so bräuchte man keinen Hellseher bemühen um vorauszusagen, dass dies zu einer Einschränkung des freien Zuganges zu Information führen würde.

Und derzeit ist der freie Zugang zur Information durchaus mit den Geräten der von Ihnen so liebevoll "iSerie" genannten Produktlinie durchaus möglich. Ganz im Gegenteil: Das ist das Konzept hinter dem iPad:

Vollständiger Internet-Zugang von der Couch aus - ganz ohne Computer.

Das ist ein Erfolgsrezept. Und Apple versucht damit zu verdienen: Freier Zugang zu dem, was alle haben. Ein paar Euro für das was speziell ist. Und die Betonung liegt hier auf "speziell": Ich konsumiere auch kostenlose Inhalte via World Wide Web, dennoch haben wir Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements.

Aber es bleibt: Gefährlich wird es dort, wo "das was alle haben" immer weniger wird, weil es eben nicht mehr "alle" gibt. Und dann darf man nicht vergessen ein paar Euro hier und ein paar Euro dort können sich auch zu ganz schönen Summen addieren.

Was ist jetzt der langen Rede kurzer Sinn: Das Web ist immer unübersichtlicher geworden und die Einstiegshürden technischer Natur sind immer mehr gewachsen. Es ist nur zu verständlich, dass Benutzerinnen und Benutzer einen einfachen Weg annehmen um diese Beschränkungen zu umgehen und so einen einfachen Zugang zu den Inhalten zu erhalten. Aber man muss sich bewusst sein, dass man sich damit in die partielle Kontrolle eines Anbieters begibt.

 
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, AppleiPad, iPhone, Geschäftsmodell, AppleiPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple Telekom-Presseon
Meinung  •  Personalia  •  Jobbörse  •  Termine  •  Anzeigen  •   Newsletter-Admin  •  Impressum
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
Partner
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
Rating
Suche
iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple
Google Suche
Weitere Artikel

Suchbegriffe: iPad, iPhone, Geschäftsmodell, Apple