(05.08.2011, 10:30) In den letzten Jahren verließen immer mehr User die VZ-Gruppe studiVZ, meinVZ und schülerVZ. Dabei ist es nichts Neues, dass die Binnenwanderung vor allem in Richtung Facebook stattgefunden hat.
Überraschend sind jedoch die Ergebnisse einer offiziellen Statistik der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (AGOF), die im April dieses Jahres immerhin noch beschauliche 9,81 Millionen User der VZ-Netzwerke zählten. Allerdings handelt es sich hierbei um die Gesamt-Useranzahl. Denn die Zahl der Unique Visitors ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, liegt laut AGOF aber dennoch über den Zahlen anderer sozialen Netzwerke in Deutschland – mit Ausnahme von Facebook.
studiVZ am wenigsten frequentiert
Einen deutlicheren Eindruck hingegen liefert Google Trends for Websites. Demnach sei die Zahl an Unique Visitors auf studiVZ bis Juni dieses Jahres drastisch gesunken. Waren es 2009 noch um rund drei bis vier Millionen einmalige Besucher, sind es nun 175.000. schülerVZ und meinVZ rangieren ebenso um diesen Wert, wenn auch minimal höher.
Gescheiterte Suche nach Käufer
Bei diesen Zahlen verwundert es wenig, dass die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck vergeblich nach einem Käufer für die VZ-Gruppe suchen muss – und die Suche mittlerweile aufgegeben hat.
Relaunch bis Herbst
Mittlerweile spricht der Holtzbrinck-Verlag von einem Relaunch der VZ-Netzwerke bis spätestens Herbst. Ob der Aufstieg aus dem Abstieg gelingt, ist fraglich. Gegenüber dem Manager-Magazin kommentierte ein Holtzbrinck-Manager die Situation wie folgt: „Es kann niemandem recht sein, wenn der Markt durch Facebook monopolisiert wird, das beim Datenschutz keine Rücksichtnahmen kennt.”
Während einige Ansprechpartner von der VZ-Gruppe nicht mehr erreichbar sind, offiziell jedoch keine Personaleinsparungen verlautbart wurden, so wird es doch auch im Zuge des „Relaunch“ interne Umstrukturierungen geben. Was das VZ-Netzwerk vermutlich am dringlichsten benötigt, ist jedoch ein Rebranding.