(Wien, 26.02.2009) Mit dem Toshiba NB100 präsentierte Toshiba Europe den Unternehmenseinstieg in den Netbook-Markt: Ein Nachmittag zur freien Verfügung mit dem NB100-11 J in Wiens größtem öffentlichen Hotspot Museusquartier bot die ideale Kulisse für einen Test. Mit dem Toshiba ConfigFree™* und der Diversity Antenna gelang dann der Webaccess zügig und ohne Standortwechsel zwischen den dicken Mauer der ehemaligen Hofstallungen.
Die Kategorie Netbook zählte bisher zur Sorte mobile Zusatzgeräte, die sich für die unkomplizierte und auch eingeschränkte Medianutzung unterwegs eignete. Der Toshiba NB100 bewegt sich in Richtung einer Hybrid – Lösung zwischen den beiden Book-Gattungen und versucht mit extremer Miniaturisierung und guten Basis- Multimediafunktionen zu punkten. Einige Wünsche blieben im Test allerdings offen.
Guter Standard
Toshiba verbaut einen Intel Atom Prozessor mit 1,6 Gigahertz und ein Gigabyte DDR2 RAM. Bis zu 120GB HDD Speicherplatz stehen zur Speicherung von Daten und Videos zur Verfügung, der Magnetspeicher funktioniert zusätzlich sehr schnell. Der 4-in-1 Kartenleser ist ein brauchbares Asset und unterstützt den Download von Bildern und Daten. Hinter der Fingerabdruck-empfindlichen Oberfläche befindet sich ein 8,9 Zoll großes Display. Der spiegelnde Blacklight LCD- Bildschirm verfügt über einen angenehm hohen Kontrast.
Zwei Betriebssysteme zur Auswahl
Bei der Wahl des Betriebssystems kann je nach Konfiguration zwischen Windows XP und Linux gewählt werden. Im Test der Telekom-Presse ließ mich mit Windows XP zügig arbeiten. Bei den drahtlosen Verbindungen ist das NB-100 auf Höhe der Zeit. Bluetooth und WLAN sind vorhanden, aber auf den schnelleren N-Standard wurde leider verzichtet.
Glanzvoller Auftritt
Im geschlossenen Zustand fällt dem Benutzer der elegante Deckel in einer modischen Klavierlack-Optik auf, auch wenn diese anfällig für Fingerabdrücke und eventuell auch Kratzer ist. Das Design wird konsequent durch eine feine weiße Linie, die den Rahmen nachzeichnet, fortgesetzt. Mut zu einem ungewöhnlichen Design zeigt der etwas zur Basis versetzt liegende Deckel mit Bildschirm. Wenn man das Gerät dann in Händen hält, fühlt sich das Notebook kompakt und gut verarbeitet an.
Licht & Schatten der Miniaturisierung
Gewöhnungsbedürftig bleibt die Tastatur, die ähnlich klein ausfällt wie bei vergleichbaren Modellen von Asus, obwohl etwas mehr Platz im Gehäuse verfügbar ist. Besonders störend fiel die rechte Shift-Taste auf, die völlg an den Rand gerückt und die Tabulator-Taste, die ebenfalls viel zu klein ist.
Dafür bieten die Tasten einen angenehmen Druckpunkt. Sie benötigen auch keinen grossen Kraftaufwand je Tastendruck um die Eingabe zu übernehmen. Dies war ein bekanntes Problem der eee900-Netbooks von Asus und für einige User ungewohnt in der Haptik.
Bei den Touchpadtasten ging Toshiba eigene Wege. Die weniger häufig gebrauchte rechte Maus-Taste ist um einiges kleiner als die linke. Dadurch lassen sich die Drucktasten nur gewöhnungbedürftig bedienen, da sie viel zu schmal sind. Der Platz bis zur Gehäusekante wurde stattdessen mit Status-LED-Leiste belegt, auf die sich die Finger verirren können.
Ausdauer
Der Akku des Gerätes erbringt beim Betrieb ohne W-LAN eine gute Leistung. Etwa 4 Stunden konnte das Office-Paket ohne Zwischenladung verwendet werden. Bei dauerhaft eingeschaltetem W-LAN und engergiefressenden Streamen von Filmen mit Musik hielt der Akku noch knapp 3 Stunden. Der stromsparende Intel Atom-Prozessor hilft diesen sehr akzeptablen Wert zu ermöglichen.
Recht geräuscharm präsentiert sich das Netbook im Leerlauf, die Lüfter sind kaum hörbar. Sobald dem Gerät mehr Leistung abverlangt wird, dreht sich der Lüfter schneller und fällt durch sein hochfrequentes Pfeifen auf.
Ausstattung
Zu weiteren Highlights zählen die eingebaute VGA Webcamera und ein recht passables internes Mikrophon für zum Beispiel Videokonferenzen. Die Stereolautsprecher sorgen für einen guten Sound bei der Wiedergabe. Stutzig macht nur die mitgelieferte Aufnahmesoftware, die zwar Zusammenschnitte und Audioimporte ermöglicht, aber eine Gesamtaufnahmezeit von nur 60 Sekunden unterstützt, was den Einsatz als Diktiergerät ohne Software Upgrade obsolet macht.
Überraschend positiv verhielt es mit dem mitgelieferten übersichtlichen Schnittprogramm Windows Movie Maker, das in Kombination mit der Webcamera Lust auf eine spontane Videoproduktion machte, bei welcher ein herzeigbarer Amateur-Kurzfilm herauskam. Eine tolle Sache für zum Beispiel Videoblogger, wenn man bedenkt, dass professionelle Software (und ihre Vorstufen) wie zum Beispiel Adobe Premiere oder Final Cut zumeist die Kapazitiät leistungsstarker Notebooks verschlingen.
Wie eine nostalgische Anspielung auf die Hochzeiten des Videorekorders fiel die Oberfläche der Software Toshiba DVD Videoplayer auf. Dem Netbook steht zwar kein internes DVD- Laufwerk zu Verfügung, der Bildschirm weist jedoch als LCD-Backlight Display Brillianz auf und macht DVDs theoretisch zum Beispiel auf Reisen und beim Außeneinsatz tagsüber zugänglich.
Für das Aufladen von MP3 Playern oder anderen Kleinstgeräten stehen drei USB Sleep & Charge Schnittstellen am Netbook zur Verfügung, die auch im ausgeschaltetene Zustand genutzt werden können, was ebenfalls positiv auffiel.
Fazit
Insgesamt ist der Toshiba NB100 ein fähiges Netbook mit ausgereiften Multimedia-Standardangeboten. Einzig die Tastatur ist dem Miniatur-Spezialisten Toshiba misslungen und benötigt Gewöhnung und geschickte Finger.
Der empfohlene Verkaufspreis (inkl. MwSt.) liegt bei 410 Euro für die mit Windows XP ausgestatteten oder Linux ausgestattete Modelle in Brighter Silver oder der im Test beschriebenen Cosmic Black Ausführung (NB100-10X und NB100-11R). Wer statt 512 MB DDR2 –Ram 1024 MB Arbeitsspeicher will, zahlt etwa 50 Euro auf. (NB100-10Y und NB100-11J).
+ Design
- Bedienung
+ Mobilität
+ Leistung
Bewertung (von je 5 Punkten)
Tastatur:+++
Design: +++++
Ausstattung:++++
Ausdauer: ++++
Leistung: +++++
Technische Daten
· Atom™ Prozessor N270 (1.6 GHz, 533MHz FSB)
· Windows® XP Home
· zw. Linux Ubuntu Netbook Remix (modellabhängig)
· 80-GB- bzw. 120-GB SATA-Festplatte (modellabhängig)
· Arbeitsspeicher: 512 MB bzw. 1.024 MB RAM DDR2 RAM, 667 MHz (modellabhängig)
· 8.9-Zoll-WSVGA-LED-Backlight- Farbdisplay (1.024 x 600 Bildpunkte)
· Integrierte Grafik Intel® GMA950
· WiFi® 802.11 b/g
· Bluetooth® 2.1 + EDR (modellabhängig)
· 10/100 Mbit Ethernet LAN-Unterstützung
· Maße: 225 x 190.5 x 29.5 / 33 mm, (mit Akku), 225 x 178 x 29.5/33 mm (ohne Akku)
· Gewicht: 999 Gramm.
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Suchbegriffe: Test-Nachmittag mit dem Toshiba NB100
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Fotos: Fotocredit: Toshiba
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