(18.7.2011, 10:45) Fujitsu stellt in diesen Tagen sein neuestes Tablet vor. Der Stylistic Q550 steht in einer langen Tradition von guten Business-Tablets des Herstellers. Er glänzt mit Eigenschaften, die der Konkurrenz fehlen, patzt aber in einem zentralen Punkt. Der Prozessor, ein Ein-Kern-Atom mit 1,5 GHz Takt, lässt nur gemütliches Arbeiten zu. Es sind andere Qualitäten, die den Q550 auszeichnen.
Das Äußere
Dunkelgraues Plastik an den Seiten des Bildschirms, hellgraues Plastik, rutschfest gummiert, an der Rückseite. Schon dieser erste Eindruck zeigt, dass es hier nicht um Protzerei geht, sondern um innere Werte. Auf die Waage bringt der Q550 etwas mehr als 800 Gramm. Das ist, gemessen an iPad2 und Samsung Galaxy Tab 10.1, keine Bestleistung, aber durchaus akzeptabel. Vor allem, wenn man es mit den 1,7 Kilogramm des Vorgängers ST 6012 vergleicht. Anschlüsse und Schalter sind reichlich vorhanden: Für UMTS, HDMI, Bildschirm-Keyboard, WLAN.
Der Bildschirm
Hell, scharf und absolut nicht spiegelnd präsentiert sich das 10,1 Zoll große matte Display. Ich halte ein weißes Blatt Papier davor und sehe von diesem auf dem Bildschirm - nichts! Ich stelle mich an einem sonnigen Julitag ins Freie, erhöhe die Bildschirmhelligkeit auf 80 Prozent - und passt! Ich lasse die Sonne direkt aufs Display scheinen, erhöhe auf 100 Prozent und - passt immer noch. Arbeiten im hellen Hemd am Fensterplatz im Zug, arbeiten in hellen Räumen und auf der Terrasse ist mit dem farbstarken Display des Q550 ein augenschonendes Vergnügen - ein Business-Feature, das vielen Konkurrenten fehlt.
Finger und Griffel
Die Bedienung mit dem Finger klappt gut, leidet aber unter der langsamen Reaktion des schwachen Prozessors. Auch die kleinen Icons in den Ribbons von Word & Co. werden sicher getroffen. Der Griffel erscheint hochwertig, arbeitet präzise, findet aber im Gehäuse keinen Platz. Das freut den Fujitsu Ersatzteilverkauf, nicht aber den User.
Der Akku
An die acht Stunden Laufzeit mit einer Akkuladung lassen sich mit dem Q550 erzielen, wenn WLAN ausgeschaltet und der Bildschirm zurückgedreht ist. „4 Std. 25 Min. (99%) verbleiben“ meldet die Anzeige bei eingeschaltetem WLAN, 50 Prozent Bildschirm-Helligkeit und über USB-Funk angehängter Tastatur und Maus. Wie lange der Akku durchhält wenn man über das (noch nicht lieferbare) UMTS-Modul im Handynetz online ist? Wie andere Windows-Tablets des Jahrgangs 2011 zeigt auch das Q550 einen weit höheren Stromverbrauch als die ARM-getriebenen Halbgeschwister iPad und Galaxy Tab. Aber immerhin - wieder ein Business-Feature, das der Konkurrenz fehlt -, man kann den Akku mit zwei Handgriffen von außen wechseln und kommt so auf gute zehn Stunden Arbeitszeit mit voller Power.
Das Tempo
Und damit zur Achillesferse dieses sonst so gewinnenden jüngsten Fujitsu-Tablets: Der eingebaute Atom-Prozessor lahmt. Den Computer hochfahren dauert eine gute Minute, ihn aus dem Standby aufzuwecken sieben Sekunden. Aus dem akkuschonenden Ruhezustand braucht der Q550 quälend lange 50 Sekunden zurück ins volle Leben. Programmfenster rucken und zucken, die Handschriftenerkennung quält sich von Wort zu Wort (liefert aber selbst mit meiner Altmännerschrift gute Erkennung). Gerade einmal einen Wert von 2,0 erkennt die Windows-eigene Leistungs-Information dem Atom Z670 zu. Grafikkarte und SSD-Speicher mit Werten über 5 werden von dieser lahmen Schnecke eingebremst—üblicherweise ist der Prozessor schneller als Speicher und Grafik.
Fazit
Eine von den Anschlüssen, vom Bildschirm und vom Zubehör auf den Business-User zugeschnittene Maschine mit einem gerade noch genügenden Prozessor. Mit ein wenig Geduld sehr brauchbar. Hoffentlich erkennt Fujitsu die Notwendigkeit, bei der CPU für mehr Tempo zu sorgen und bringt rasch einen schnelleren Nachfolger ins Spiel.
+ die volle Windows Welt ist verfügbar
+ helles, mattes und scharfes Display
+ volle Konnektivität
- schlechte Performance
Bewertung
Bedienung: ***
Funktionalität: ***
Design: **** ( von je fünf Punkten)
Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe 14/2011 von E-Media.
© Telekom-Presse
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Fotos: (c) Fujitsu
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