Testbericht: Nokia Lumia 710

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Testbericht: Nokia Lumia 710

 
 

Das Nokia Lumia 710 präsentiert sich als das Windows Phone für Einsteiger. Das zweite Gerät aus der Lumia-Reihe zeigt sich gegenüber dem Lumia 800, nicht im besten Licht. Bereits die Ausstattung und Verarbeitung zeigen leider deutlich, dass es sich um ein billigeres Gerät handelt.

 

(08. 02. 2012; 18:00) Das vor kurzem in der Redaktion geteste Lumia 800 machte durchwegs einen guten Eindruck. Das vom Design her stark an das N9 erinnernde Gerät, hat ein AMOLED-Display und auch das Gehäuse macht einen robusten, ordentlichen Eindruck. Beim Lumia 710 merkt man hingegen in Ausstattung und Qualität, dass es das günstigere Gerät ist. Das Lumia 710 ist bereits ab einem Preis von circa 280 Euro ohne Vertragsbindung erhältlich.

Erster Eindruck

Im Gegensatz zum im Lumia 800 verbauten AMOLED-Display, muss man bei dem Einsteiger-Gerät mit einem TFT-Display Vorlieb nehmen, welches eine Größe von 3,7 Zoll hat und eine Auflösung von 480x 800 Pixel bietet. An sich liegt das Lumia 710 mit seinen Maßen 119 x 62 x 12 Millimetern gut in der Hand. Auch das geringe Gewicht von nur 126 Gramm fällt positiv auf. Am Gerät selbst sind drei Tasten verbaut, darunter eine zum Ein-, beziehungsweise Ausschalten des Gerätes, eine für die Lautstärkeregelung und die dritte für die Kamera. Besonders störend empfand ich den seitlich weit unten angebrachten Kameraknopf. Dadurch ist es nicht möglich nur mit einer Hand die Kamera zu bedienen, da das Gerät sonst kurzerhand am Boden liegt. Beim Telefonieren liegt das Smartphone gut in der Hand und auch die Akustik ist durchaus lobenswert.

 

Harte Fakten

Im Inneren des Gerätes arbeitet ein Single-Prozessor von Qualcomm, mit einer Taktung von 1400 MHz. Der interne Speicher beträgt 8 Gigabyte und kann aufgrund eines fehlenden microSD-Slots auch nicht aufgestockt werden. Der SDRAM-Speicher beträgt 512 Megabyte. Bei der Datenübertragung unterstützt das Gerät alle herkömmlichen Kanäle und auch alle gängigen Netze. Zudem unterstützt es Bluetooth mit der Spezifikation 2.1 + EDR.

 

Software

Das Lumia 710 ist das zweite Gerät der Windows-Phone-Reihe. Zum Einsatz kommt das Betriebssystem Mango, auch bekannt unter Windows 7.5. Die Kacheloberfläche bei Windows-Phone aktualisiert sich laufend und löst nun das eher umständliche Symbian-Betriebssystem ab. Bei der Startansicht findet sich alles auf einen Blick: Nachrichten, E-Mails, Facebook-Posts, Tweets und Bilder der eingespeicherten Kontakte. Es wird also in hohem und übersichtlichem Maße auf Social gesetzt. Außerdem läuft das Betriebssystem ohne gröbere Probleme und funktioniert beinahe selbsterklärend.

Die vorab installierten Programme sind durchaus erwähnenswert. Die weltweit kostenlose GPS-Navigation funktioniert gut. Zudem ist es möglich sich Kartenmaterial aus über 100 Ländern herunter zu laden. Datenquelle ist hierbei der Navigationsspezialist NavTeq, den Nokia bereits vor einigen Jahren aufkaufte. Ebenfalls mitgeliefert wird das Pendant zu Google Maps, Bing Maps. Bei der von mir getesteten T-Mobile-Version sind auch noch Applikationen wie das kostenpflichtige MobileTV und TopApps vorinstalliert. TopApps schlägt dem Nutzer die besten Applikationen aus den verschiedensten Kategorien vor, die jeweils in kostenpflichtig und gratis unterteilt sind.

 

 

                                          

Akku

Hier kommt es zu den ersten richtigen Schwachpunkten beim Lumia 710. Nachdem ich es vor der ersten Nutzung komplett aufgeladen hatte. Zeigte es bereits nach kurzer Zeit im Internet deutliche Akkuminderung an. Nachdem ich dann auch noch ein einstündiges Telefonat führte, gab der Akku beinahe ganz auf. Der Hersteller hingegen verspricht eine Akku-Laufzeit von 400 Stunden im Stand-by, sowie eine maximale mögliche Sprechzeit von 6,9 Stunden. Musikwiedergabe soll bis zu 38 und das Ansehen von Videos bis zu sechs Stunden möglich sein. Diese Leistungen konnten im Test nicht bestätigt werden.

 

Kamera

Die mit 5 Megapixel ausgestattete Kamera hat eine Auflösung von 2592 x 1944 Pixel und verfügt außerdem über einen vierfachen Digitalzoom. Außerdem ist in der Spezifikationsauflistung eine Brennweite von 28 Millimetern angegeben. Viele in Smartphones eingebaute Kameras weisen mittlerweile zweistellige Megapixel-Zahlen auf. Bei dieser fällt auch auf, warum. Die Kamera neigt dazu stark über zu belichten, weswegen die Fotos immer zu dunkel ausfallen. Der auf der Seite angebrachte Auslöserknopf ist ein weiterer Grund wieso mir die Kamera-Funktion negativ auffällt.

 

Fazit

Das Lumia 710 präsentiert sich in einem Gehäuse das zum großen Teil aus Plastik besteht und aufgrund der glänzenden Oberfläche nahezu immer von Fingerabdrücken bedeckt ist. Die Akkuleistung und die integrierte Kamera lassen ebenfalls zu wünschen übrig. Gut gefällt mir die flotte Performance des Windows Mango und auch die wirklich gut funktionierende Navigation. Auch der MP3-Player und die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer fallen positiv auf. Gewöhnungsbedürftig war vor allem der fehlende Telefonknopf am Gerät und auch die Telefonfunktion ist für meine Begriffe ein wenig versteckt. Primär verwende ich Smartphones zum Telefonieren und dann will ich nicht im Menü danach suchen müssen.
Im Großen und Ganzen eignet sich das Gerät durchaus für Personen die keine allzu hohen Ansprüche an ein Gerät haben und sich an ein Windows-Phone langsam herantasten möchten.

 

Bewertung:

Bedienung: ***
Funktionalität: **
Design: ** (von je fünf Punkten)

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