(23.01.2012, 13:30) Auf der gerade stattfindenen DLD-Konferenz (Digital, Life, Design) in München gab Gründer und CEO David Karp die Nutzerzahlen von Tumblr bekannt. Dabei wurde angegeben, dass monatlich etwa 120 Millionen Nutzer auf die Webseite zugreifen, wobei insgesamt mehr als 15 Milliarden Page Views realisiert werden konnten. Unter Page Views versteht man grundsätzlich den Abruf eines Inhalts bzw. einer Einzelseite innerhalb einer Webseite. Die Daten wurden von Quantcast veröffentlicht.
Tumblr ist dabei eine Mischung aus Online-Netzwerk und Blog-Platform, mit welcher Nutzer Texte, Bilder, Zitate, Links und Videos sowie Audiodateien veröffentlichen können.
Auch Einträge anderer können "rebloggt" und somit auf die eigene Seite übernommen oder als Favoriten hinzugefügt werden. Ähnlich wie beim Twitter-Prinzip, kann man anderen Nutzern auch folgen und damit die Einträge am eigenen dashboard sichtbar machen. Vor allem wird bei dem Dienst die Möglichkeit, Inhalte aus dem Internet rasch mittels einem Knopfdruck in dem eigenen Blog veröffentlichen zu können, beworben.
Ironisch natürlich, wenn man bedenkt, dass dieses Konzept den traditionellen Datendiebstahl mehr als untergräbt, da es ermöglicht wird, etwa einzelne Artikel von Zeitungen zu rebloggen und sie dem eigenen Profil zuzufügen. Heutzutage wird man dabei in der Regel aber nicht mehr mit Klagen und Copyschutz-Problemen zu kämpfen haben, sondern kann vielmehr damit rechnen, dass sich die Schreiber der Artikel sogar darüber freuen, dass ihre Arbeit Anklang findet und weiterverbreitet wird.
Bei Tumblr sind einige Funktionen, die in anderen Netzwerken wie Facebook oder YouTube üblich sind, nicht vorgesehen. So meint Karp, dass die Möglichkeit Kommentar zu posten YouTube zu einem "schrecklichen Ort" gemacht habe und die Funktion, Personen auf Facebook-Fotos markieren zu können, ebenso zu "schrecklichen Erfahrungen" führen kann.
Tumblr wird im Laufe des Jahres versuchen, die Nutzerzahl außerhalb der USA zu erhöhen. Dabei soll es zu keinem Wechsel vom Big Apple ins Silicon Valley kommen, da sich Karp, nach eigenen Angaben, in der Rolle des Underdogs von der Ostküste wohlfühlt.