Um kritische Infrastruktur-Systeme zu schützen hat die US-Regierung ein umfassendes Überwachungsprogramm unter dem Namen "Perfect Citizen" gestartet.
(New York, 08.07.2010) Mit dem Überwachungsprogramm sollen in Zukunft kritische Infrastruktur-Systeme wie das Stromnetz oder die Flugsicherung vor Cyber-Attacken geschützt werden. Laut dem Wall Street Journal wurde der US-Rüstungskonzern Raytheon mit dem bis zu 100 Millionen Dollar schweren Projekt beauftragt.
Intrusion Prevention
Das System, das für die National Security Agency entwickelt wird, soll mithilfe von Sensoren vor ungewöhnlichen Cyber-Aktivitäten warnen. "Intrusion Prevention ist extrem wichtig bei kritischer Infrastruktur. Es ist wohl am besten, wenn eine Regierung in dieser Hinsicht Standards einführt und eine aktive Rolle spielt", so Sean Sullivan, Security Advisor bei F-Secure, gegenüber Pressetext. Dass die Schutzmaßnahme für die Privatsphäre eine Gefahr darstellt, bezweifelt der Experte. Hintergrund ist, dass die Infrastruktur auch virtuell möglichst gut abgesichert ist. Das Überwachungssystem ist dabei vor allem für ältere Computersysteme gedacht, die U-Bahnen, die Flugsicherheit und Atomkraftwerke steuern. "Solche Systeme sind meist sehr spezialisiert und erlauben kaum persönliche Nutzung", erklärt Sullivan. Während das Risiko für die Privatsphäre der User gering ist, besteht eher die Gefahr, dass Insider-Informationen von Unternehmen unerwünscht gesammelt werden. Offiziellen Angaben zufolge können die Unternehmen jedoch nicht zur Teilnahme gezwungen werden. Als Ansporn zur Kooperation wird jedoch betont, dass die gesammelten Daten genützt werden können, wenn die National Security Agency bei der Aufklärung von Angriffen auf ein Unternehmen helfen soll.