(14.6.2012, 21:50) Im Moment gehen vor allem die Finanzanalysten davon aus, dass das iPhone 5 noch im September erscheinen wird. Apple soll sich damit noch einen gehörigen Anschub für seine Umsätze und den Aktienkurs im Schlussquartal seines Geschäftsjahres holen.
Aber Apple ist auch von bestimmten Voraussetzungen abhängig, wenn es ein neues iPhone auf den Markt werfen will. Wie schon im Vorjahr beim iPhone 4S die iOS Version 5, muss diesmal für das iPhone 5 iOS 6 fertig sein. Von den 200 Neuerungen in der neuen Version gibt es nur eine einzige kritische und das ist der neue Kartendienst.
Aber lasst uns vorher ein ungefähres Timing ansehen und zwar am Beispiel des Galaxy S3. Das Testgerät, das ich bekommen habe, zeigt eine Software Version vom 13. Mai. Erhalten haben es Journalisten in Österreich am 23. Mai und in den Verkauf ging es am 29. Mai.
Das heißt, selbst bei der extremen Flexibilität von Samsung, die praktisch die gesamte Produktion in eigener Hand haben, hat es zwischen Einfrieren eines Softwarestandes und der Verfügbarkeit für Kunden 16 Tage gedauert.
Um also noch wirksam für das laufende Geschäftsjahr von Apple zu sein, müsste das iPhone 5 spätestens am 22. September im Verkauf landen. Um das zu schaffen muss die Software also spätestens am 6. September finalisiert sein um produziert werden zu können. Das wären somit nur mehr etwa zweieinhalb Monate bis dahin.
Das Design und die Hardware des iPhone 5 sind mit ziemlicher Sicherheit schon fertig, denn es handelt sich um eines von Stevee Jobs aus dem Vorjahr wie hier beschrieben. Ich glaube, dass das im Prinzip schon seit einem Jahr zutrifft, war das iPhone 5 doch Steve Jobs letztes großes Projekt, das nur an der Produktion im Vorjahr gescheitert ist.
Aber iOS 6 könnte sich wegen Maps zum Problem auswachsen. Maps ist dank Google neben dem Browser die zentralste und wichtigste App. Und gleichzeitig eine ziemlich kritische, denn falsche Navigationsangaben könnten in den klagswütigen USA zu massiven Schadenersatzforderungen und extrem negativer Presse führen.
Kürzlich haben wir von einem Beispiel berichtet, in dem Apple Maps das Abbiegen an einer Stelle fordert, die direkt von der Brücke in die Tiefe führt. Ein Vergleich zwischen Google Maps und Apple Maps zeigt auch, dass Google erheblich mehr Informationen enthält als Apples neues Angebot.
Zwar wird Apple selbst keine Navigation anbieten, sondern dies an Software Entwickler outsourcen. Wenn auch unschuldig am Absturz von der Brücke, würde Apple mit so einem Vorfall ausgedehnte negative Publicity einfahren.
Unter dem Strich bleibt also, dass Apple ein grundsolides und funktionierendes Angebot auf den Markt wird bringen müssen. Davon ist man noch einigermaßen entfernt. Wie rasch die Software Leute rund um Scott Forstall die derzeitigen Probleme in den Griff bekommen, ist sehr schwer einzuschätzen. Wobei an dem Projekt ja offenbar nicht nur Apple, sondern auch TomTom und eine Reihe anderer Unternehmen beteiligt sind.
Das kann in zwei Monaten erledigt sein, aber durchaus auch drei oder vier Monate dauern. Und dann gibt es das iPhone 5 erst im Oktober oder November.
Noch eine Anmerkung zu dem Bild oben: Das ist selbstverständlich ein Fake, der kürzlich durch die Medien gegeistert ist.
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