(Wien, 6.9.2010) Apple hat am Anfang ganz hohe Hürden für Kunden und Mobilfunker aufgerichtet, um an ein iPhone bzw. einen Distributionsvertrag zu kommen. Bis Anfang vorigen Jahres hat diese Strategie auch gut funktioniert, aber seither geht sie mächtig nach hinten los.
Beim iPad hat Apple von vornherein auf eine breite Distributionspalette gesetzt, es ist mühelos von überall zu bekommen. Beim iPhone wird offenbar intensiv daran gearbeitet, die Exklusivität möglichst rasch zu beenden (siehe) und es über alle Mobilfunker verfügbar zu machen.
Nach dem erstaunlichen Erfolg des iPhone nach seiner Einführung haben sich die Mobilfunker verzweifelt um Konkurrenzprodukte bemüht, die die Abwanderung von Kunden verhindern konnten. In Österreich hat A1 etwa massiv Produkte von Samsung wie das Omnia oder das Galaxy S promotet. Vor allem Full-Touch-Produkte waren stark gefragt und Konzerne wie Samsung und HTC waren clever genug voll darauf zu setzen.
Allerdings waren die verfügbaren Betriebssysteme nicht wirklich konkurrenzfähig. Im Omnia verwendete Samsung noch Windows Mobile, dann kam das HD mit Nokias Symbian oder das Dell Streak mit Android 1.6. Alle diese Betriebssysteme konnten und können dem iOS nicht das Wasser reichen und die Geräte waren damit keine wirkliche Konkurrenz für das iPhone.
Aber Google setzte seine nicht unbeträchtlichen Kapazitäten und die der gesamten Open Source Community ein, um mit dem iOS gleichzuziehen. Mit den Versionen 2.1 und 2.2 ist das tatsächlich in erstaunlich kurzer Zeit gelungen. Geräte, die damit ausgerüstet sind, wie das HTC Desire oder das Samsung Galaxy S, können es nun in allen Belangen mit dem iPhone aufnehmen.
Damit entstand aber für Apple das Problem, dass gleichwertige Smartphones verfügbar wurden, die von jedem Mobilfunker angeboten werden können. Apple hat also eine Marktlücke aufgemacht, in die Google mit dem Betriebssystem und Hardwarehersteller wie Samsung und HTC widerstandslos vorstoßen konnten. Damit hat Apple Android gegen seine Intentionen selbst groß und stark gemacht. Der Strategiewechsel kommt nun zu spät, denn Android bietet für Hardwareerzeuger - weil kostenlos - und für Mobilfunker mehr Vorteile als das iPhone. Denn es ist nicht mehr exklusiv und von den verkauften Android-Apps bekommen die Mobilfunker noch dazu 30 Prozent der Erlöse.
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