WikiTerms – interessanter Vorschlag für AGBs von Kunden

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WikiTerms – interessanter Vorschlag für AGBs von Kunden

 

Im WikiLeaks Forum findet sich ein origineller Vorschlag wie Kunden ihre Beziehungen zu Händlern, Finanzdienstleistern und anderen Anbietern fair gestalten könnten.

(19.12.2010, 17:45) Ein User namens Satya hat heute einen interessanten Vorschlag in einem WikiLeaks Forum gepostet. Offenbar motiviert durch die einseitige Kündigung von WikiLeaks durch Amazon, PayPal, Mastercard, Swissfinance, Bank of America und EveryDNS argumentiert Satya, dass Kunden im Grunde genommen das gleiche Problem haben. PayPal zum Beispiel ist bekannt dafür, immer wieder einseitig und ohne ersichtlichen Grund Konten zu kündigen.

 

Man macht Geschäfte mit diesen Unternehmen zu deren Bedingungen. Sie definieren AGBs, die ihnen meist ungleich mehr Rechte einräumen, als ihren Kunden und oft genug stehen sie in Widerspruch zur Gesetzgebung. Damit sind diese Bestimmungen zwar ungültig, aber vieles andere Nachteilige bleibt gültig.

 

Für große Unternehmen sieht die Sache natürlich anders aus, da sie Verträge aushandeln können, die ihre Interessen berücksichtigen. Als Konsument habe ich aber nicht die ökonomische Power etwa mit einer Amazon von deren AGBs abweichende Bedingungen zu vereinbaren.

 

Satya argumentiert dann weiter, dass Arbeitskräfte früher auch zu den Bedingungen der Unternehmen zu arbeiten hatten. Erst als sie sich in Gewerkschaften zusammenschlossen, hatten diese dann die Macht mit den Unternehmen faire Verträge für ihre Mitglieder auszuhandeln.

 

Er schlägt vor auf einer Website WikiTerms zu veröffentlichen, die faire Bedingungen für Konsumenten enthalten und ein Gleichgewicht zwischen Lieferanten und Kunden schaffen. Geht ein Konsument eine Geschäftsbeziehung mit einem Unternehmen ein, so verweist er darauf, dass er das eben nur zu den WikiTerms macht, die damit auch für das Unternehmen bindend sind.

 

Klar ist, dass das nicht greifen kann, wenn das nur einige wenige tun. Wenn das aber Hunderttausende oder gar Millionen Menschen machen, kann man Unternehmen einem ökonomischen Druck aussetzen, der stark genug wird, dass sie zu diesen Bedingungen mit Konsumenten Geschäftsbeziehungen eingehen müssen.

 

Ein Erfolg dieser Idee wäre bisher undenkbar gewesen. Aber das Internet macht einen derartigen Zusammenschluss von Konsumenten sehr wohl möglich. Und es ist kein Zufall, dass eine derartige Idee gerade in einem Forum von WikiLeaks auftaucht. Nahezu alle Kommentatoren im Internet sind sich darüber einig, dass WikiLeaks – und natürlich auch Social Media - eine neue Ära der Transparenz eingeläutet haben. Social Networks schaffen auch für Konsumenten eine Öffentlichkeit, die Unternehmen immer mehr beachten müssen und die eine bisher nicht gekannte Transparenz schaffen.

 

Groupon ist dafür ein weiteres gutes Beispiel. Gruppeneinkauf bringt den Mitglieder einer ad hoc gebildeten Gruppe günstigere Preise und den Anbietern mehr Kunden. Erst das Internet und seine veränderten Kommunikationsmöglichkeiten machen die Bildung solcher Gruppen möglich. Groupon wächst rasant und legt monatlich etwa um 50% an Umsatz zu – was offenbar nur dadurch funktioniert, dass sich immer mehr Menschen daran beteiligen. Der Unternehmenswert von Groupon hat deshalb auch das bisher steilste Wachstum einer Internet-Company hingelegt, weit vor dem von Google oder selbst Facebook.

 

Ob so etwas wie WikiTerms jetzt in Zusammenhang mit WikiLeaks oder woanders entstehen wird ist ungewiss – aber dass es entstehen wird, hat eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit.

 

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Reaktionen auf diesen Artikel



ich , 19.12.2010
Eine super idee
Mhh das ist eine super Idee, so gefällt mir das !
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