(Wien, 27.3.2009) Das Wichtigste zuerst: Diesen Sonntag wird die Uhr wieder umgestellt. Um Punkt 2 Uhr müssen Wecker und Co um eine Stunde vorgestellt werden. Das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf. Auch wenn für Viele der Tag gut und gerne 72 Stunden haben könnte, am 29. März hat er lediglich 23.
Warum, wieso, weshalb?
Die Sommerzeit wurde aus Energiespargründen eingeführt. Durch eine längere Nutzung des Tageslichts sollte Energie eingespart werden können. Erstmals 1784 machte sich Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, Gedanken zu einer möglichen Zeitumstellung. Bis zur Umsetzung dieses Gedankens sollte allerdings noch einige Zeit vergehen. In Österreich wurde die Uhr erstmals 1916 verdreht. Die Regelung galt allerdings nur bis 1920 und durch den Zweiten Weltkrieg wurde bis 1940 die deutsche Regelung übernommen. 1980 wurde die Sommerzeit dann wieder für März bis September eingeführt. Durch die EU wurde die Sommerzeit 1996 bis Ende Oktober verlängert. Eine Studie von MAKAM Market Research zeigte im vergangenen Jahr, dass sich viele Österreicher nicht im Klaren darüber sind, warum die Sommerzeit überhaupt eingeführt wurde. Rund 40 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren kennt den Grund für diese Maßnahme nicht. Jeder Zehnte denkt, dass die Uhr aufgrund der veränderten Lichtverhältnisse vorgestellt wird. Ein Prozent der Befragten sieht in der Erdrotation den Grund für die Umstellung liegen. Alle Infos zur Zeitumstellung finden sich auf www.zeitumstellung.de und für umfangreiche Informationen zum Thema Sommerzeit ist auch Wikipedia empfehlenswert. Alle Infos zum Thema Sommerzeit für Österreich stellt das Bundesministerium für Wirtschaft, Jugend und Familie auf seiner Seite zur Verfügung.
Fluch oder Segen?
Für viele Menschen ist die Zeitumstellung nur ein nötiges Übel, auf das sie gerne verzichten könnten. Angefangen von der ewigen Frage "Muss ich die Uhr nun eine Stunde vor stellen oder doch eine zurück?", die meist in mehrmalige geistige Rechenakrobatik ausartet bis hin zum Müdigkeitsgefühl am Morgen danach reichen die ersten negativen Auswirkungen der Sommerzeit. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen gegen die Sommerzeit auflehnen. Und in Zeiten des Internets geschieht der Widerstand natürlich digital. In Deutschland hat sich die "Liga gegen Sommerzeit" im World Wide Web formiert. Hier kann sich jeder Sommerzeit-Gegner in eine Unterschriftenliste eintragen und so Protest leisten. Gegen die Zeitumstellung will auch die "Initiative Sonnenzeit" mobil machen. Viele Menschen schätzen hingegen die Sommerzeit der Freizeit willens, da man nach einem langen Arbeitstag noch immer einige Stunden Tageslicht genießen kann.
Sinn oder Unsinn?
Ein beliebtes Argument bei Sommerzeit-Gegner ist, dass die Sommerzeit überhaupt keine Energieeinsparung bringt, da durch erhöhte Freizeitaktivitäten am Abend die erhofften Einsparungen wieder zunichte gemacht werden. Zudem werde durch die Umstellung in den kalten Monaten April und Oktober morgens verstärkt geheizt, wodurch der Energieverbrauch sogar noch ansteige. Zudem argumentieren Gegner auch mit den Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Viele Menschen benötigen durch den Stundenverlust mehrere Tage um ihren Rhythmus wieder zu finden, denn die innere Uhr kann nicht einfach per Knopfdruck umgestellt werden. Der Schlafforscher Jürgen Zulley spricht sogar von einem "Mini-Jetlag". Auch Schlafstörungen treten bei vielen Menschen gegen Ende März auf. Zudem wissen Studien von einer erhöhten Anzahl an Verkehrsunfällen am Montag nach der Zeitumstellung zu berichten. Bis zu acht Prozent häufiger soll es durch die Zeitumstellung auf den Straßen krachen. Auch eine Mitteilung der Europäischen Union zur Regelung der Sommerzeit lässt auf nur mäßigen Erfolg der Zeitumstellung schließen. Durch den erhöhten Heizbedarf am Morgen und ein größeres Verkehrsaufkommen am Abend sind die tatsächlich erzielten Einsparungen schwer zu bestimmen und als gering einzuschätzen.
Infos zur Sommerzeit: Wikipedia Zeitumstellung.de