Die Schulinitiative von Apple mit der iPads in Klassenzimmer verfrachtet werden sollen, sorgt für viel Diskussion. Es gibt Kritiker und Fürsprecher für diese Maßnahme, wie bereits bei der Einführung des Computers. Die Technologie ist heute ein fixer Bestandteil und sollte daher auch im Klassenzimmer zu finden sein, solange eine Balance zwischen Effizienzmitteln und Mittel zum Zweck gefunden wird.
(20.01.2012; 10:00) Seit dem Presseevent von Apple in New York wird viel darüber diskutiert, ob iPads zu fixen Bestandteilen in Klassenzimmern werden sollen. Einige stehen diesem Vorschlag negativ gegenüber, während andere sagen, dass iPads in unserem digitalen Zeitalter durch aus in Klassenzimmern zu finden sein sollten. Damit die Tablets auch richtig verwendet werden können, muss nur die richtige Balance gefunden werden.
Eine ähnliche Diskussion über die Verwendung von technischen Geräten wurde in den 90igern bei der Einführung von Computern in Schulen geführt. Jetzt haben wir 2012 und der PC ist ein fixer Bestandteil des schulischen Systems. In manchen Schulen gibt es sogar ganze Laptopklassen, also Schüler, die während des gesamten Unterrichts diese Geräte verwenden. In anderen Klassen wird der Computer nur in bestimmten Stunden genutzt. Der Umgang mit der Technik ist ein treibender Faktor in der Entwicklung eines Schülers. Bereits in der Schule erlernen wir, wie mit einem Gerät umgegangen werden muss, denn in den meisten Berufen wird dieses auch als Arbeitsgerät verwendet.
Das iPad könnte der nächste Schritt sein die Schule zu digitalisieren, denn das digitale Zeitalter macht vor niemanden halt und ohne Einbeziehung der Technologie in Schulen bleibt diese irgendwann auf der Strecke. Besonders, wenn die Schüler mit dem iPad sowie mit dem Computer von daheim auch in Kontakt kommen. Diese Geräte sind für sie ein fixer Bestandteil ihrer Umwelt, die nicht ausgeklammert werden können. Die Förderung des Umgangs mit diesen technischen Geräten trägt dazu bei, dass die jungen Menschen mit neuen Elementen konfrontiert werden, in denen sie vielleicht gut sind und die vielleicht ihre Zukunft bestimmen können.
Alte Argumente in neuem Gewand
Viele Kritiker der Einführung des iPads bringen ähnliche Argumenten, wie damals als sie gegen die Einführung der Computer gekämpft haben. Diese befürchten, dass digitale Geräte zu einer Krücke werden, die den Kindern Fähigkeiten raubt, die sie eigentlich in der Schule erlernen sollen. Schüler sollen Mathe lernen und nicht wie man einen Taste auf einem Gerät drückt. Diese Befürchtungen hat man sicher auch geäußert, als man den Taschenrechner in Schulen eingeführt hat. Das ist schon etwas länger her und trotzdem können wir heute noch rechnen.
Ein anderes Argument ist, dass die iPads die Aufmerksamkeit stören. Doch alles wirkt störend, wenn ein Kind kein Interesse an einer bestimmten Sache hat. Selbst ein Papier mit Bleistift, denn während des Unterrichts kann man viel auf ein weißes Blatt zeichnen. Wahre Aufmerksamkeit ist binäre, entweder man hört zu oder man macht es nicht. Von einem iPad abgelenkt zu werden unterscheidet sich nicht von der Ablenkung durch andere Elemente. Es hängt immer vom Lehrer ab, wie er unterrichtet und die Werkzeuge, die ihm zur Verfügung stehen, in seinem Unterricht einfließen lässt.
Ein zentraler Kritikpunkt von vielen Seiten ist der Kostenfaktor für die Technologie. Diese ist einfach zu teuer. Doch es darf nicht vergessen werden, dass Apple diese Schulinitiative nutzt um seine Produkte an neue Zielgruppen zu bringen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das Unternehmen versuchen wird ihr iPad an Schulen zu günstigeren Preisen zu verkaufen, wenn sie diese Maßnahme zu einem Erfolg werden lassen wollen.
Es wird auch so sein, dass wie bei der Einführung von Computern nicht jede Schule sofort in Tablets investiert. Viel mehr werden die Tablets langsam für Schule zu Schule zugänglich. Für diejenigen Schulen, die die ersten dieser Tablets erwerben, sollte dies eine Phase des Experimentierens sein. Der Lehrplan kann auf diese Weise in Hinblick auf die Verwendung des neuen Werkzeugs angepasst werden. Dabei müssen Fragen beantwortet werden wie: Erhält jeder Schüler ein Tablet oder nur ein Tablet pro Klasse?
Vorteile des iPad
Kinder genießen es zu lernen. Besonders, wenn sie nicht realisieren, dass sie eigentlich etwas lernen. Dieser Effekt kann durch die Touch-Interaktivitäten auf dem iPad erzeugt werden. Das Gerät kann einfach transportiert werden, es besitzt die Möglichkeit Inhalte mit anderen zu teilen und im Gegensatz zu einem Computer kann ein Kind das Gerät schwieriger versehentlich zerstören. Zu behaupten, dass ein Tablet nichts außer Büchern enthält, ist eine zu kurzsichtige Betrachtung.
Veränderung des Lehrplans
Laut TechChrunch sollte es bei dieser Diskussion aber nicht um den Einsatz der Werkzeuge gehen, sondern wie diese in den Lehrplan eingebaut werden. Wenn ein Kind weiß, wie es ein mathematisches Problem oder ein jedes andere mit Hilfe eines digitalen Geräts löst und ohne Gerät nicht in der Lage ist, das Problem zu lösen, so bedeutet dies nicht, dass das Kind ohne ein digitales Gerät unfähig ist, sondern dass im Lehrprozess nicht darauf Rücksicht genommen wurde, das digitale Gerät entsprechend in den Unterricht einfließen zu lassen. Im Lehrprozess muss eine Balance gefunden werden, zwischen dem optimalen Einsatz des digitalen Geräts sowie der Problemlösung ohne Gerät.
Wir leben heute in einer sich ständig weiterentwickelnden Welt, deren treibende Kraft die Technologie ist. Innerhalb des Lehrplans darf nicht nur die Technik eingesetzt werden, die Schüler müssen sowohl mit als auch ohne Hilfe der Technologie unterrichtet werden. Die Kinder müssen zuerst die Theorie erlernen, bevor der Einsatz der Technologie erfolgen kann. Zuerst kommen die Konzept die hinter einem Problem stehen, bevor man es lösen kann.
Mittel der Effizienz
Die Schule ist ein großer Faktor im Leben eines Kindes und ist daher wichtiger Bestandteil seines Lebens. Die Schule ist ein Ort des Lernens und sollte daher Kindern auch den Umgang mit den neuen Technologien näherbringen um diese in ihrem Leben integrieren zu können. Dadurch wird ein tieferes Verständnis der Welt um sie herum gefördert und sie lernen, sich Herausforderung zu stellen sowie diese auf optimale Weise zu lösen. Technologie als Mittel des Unterrichts muss mehr als Mittel der Effizienz verstanden werden und nicht nur als Mittel zum Zweck.
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Reaktionen auf diesen Artikel
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Frank Ubar, 04.02.2012
Tablets oder iPads?
Es wäre schön, wenn hier eindeutiger zwischen Tablets im Allgemeinen und dem iPad als spezielle Ausprägung differenziert würde. Für ersteres sehe ich große Möglichkeiten, aber eine reine iPad-Strategie ist abzulehnen.
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